Mit „Last Action Hero“ präsentierten Arnie und Regisseur John McTiernan eine vollkommen abgedrehte Actionkomödie, die weder sich noch ihr Genre ernst nimmt.
Gleich zu Beginn kann man den harten Cop Jack Slater (Arnold Schwarzenegger) in Action erleben: Der Ripper (Tom Noonan) hat Slaters Sohn als Geisel genommen und sich in einem Gebäude verschanzt. Slater geht rein (natürlich gegen den Willen seiner Vorgesetzten) und erledigt den Ripper – verliert dabei aber seinen Sohn. Doch dies alles stellt sich als Film heraus, den kleine Danny Madigan (Austin O'Brien) im Kino guckt. Damit zeigt der Film bereits zu Beginn, dass er eine klare Parodie auf das Actiongenre ist, da hier wirklich jedes Klischee durch den Kakao gezogen wird.
Danny ist der größte Fan des Actionhelden Jack Slater, der bereits drei Filme vorzuweisen hat und dessen vierter Streifen vor der Tür steht. In der Realität ist Danny selbst jedoch alles andere als ein Held, lebt unter nicht allzu glücklichen Umständen mit seiner geschiedenen Mutter und wird von anderen Leuten rumgeschubst. Doch ein befreundeter Filmvorführer bietet Danny an, den vierten Jack Slater Film vor der Premiere allein im Kino zu gucken. McTiernan bringt mit den realen Aspekten nicht nur etwas Gefühl in das sonst arg überdrehte Spektakel, sondern verweist damit auch schon auf die Unterschiede zwischen Film und Realität, auf die immer wieder angespielt wird.
Dany erhält für die Vorstellung auch eine magische Eintrittskarte, die sogar funktioniert. Urplötzlich befindet sich Danny im Film und muss sich mit dem etwas verdatterten Jack zusammenraufen. Dieser will Danny gar nicht glauben, dass er sich nur in einem Film befindet und hat zudem genug damit zu tun sich mit der Mafia zu streiten, die es auf ihn abgesehen hat...
„Last Action Hero“ ist eine wirklich launige Parodie auf das Actiongenre, die aber mit sehr viel Liebe gemacht ist und es nicht zwar persiflieren, aber nicht lächerlich machen will. Zudem legt der Film ein hohes Tempo in seiner gar nicht mal kurzen Lauflänge vor und ist recht spannend. Die Wendungen sind zwar selten überraschend und teilweise unglaubwürdig, was aber so gut wie immer vom Film gewollt wird (z.B. die Rettungen in letzter Sekunde). Lediglich gegen Ende in der realen Welt geht dem Film etwas die Puste aus, da man versucht hier noch ein Ende für die Handlung zu finden und die parodistischen Elemente etwas vernachlässigt.
Die Witze sind sehr gelungen, auch wenn es sich dabei oft um groben Humor handelt, der auch jüngere Zuschauer ansprechen soll. Dennoch hat man die Gags gut getimt (z.B. der Auftritt des zu küssenden Jungen bei der Hausbesetzung durch die Gangster ist ein Mustermaß an Timing) und animieren zum Lachen. Die Regie des Films ist gelungen, die Optik überzogen bunt (und auch das nicht ungewollt) und der Soundtrack Hardrock und Metal erster Klasse (z.B. „Angry Again“ von Megadeth als passender Titelsong für den vierten Jack Slater Film).
Hinzu kommen zahlreiche gelungene Seitenhiebe auf das eigene Genre, sei es der Cop, der kurz vor der Pensionierung doch noch sterben muss, die nervige Ex-Frau des Helden oder der ständig wetternde Polizeichef, der seinen Brutalo-Bullen insgeheim doch mag. Das Ganze ist treffend gemacht, wenn auch arg überzogen: Denn wenn eine Zeichentrickkatze Polizeidienst schiebt oder Kult-Nebendarsteller Al Leong (u.a. „Stirb langsam“, „Lethal Weapon“ und „Rapid Fire – Unbewaffnet und extrem gefährlich“) mit einem Eishörnchen gekillt wird, dann ist es mit der Ernsthaftigkeit vorbei. Oft werden Filmklischees auch direkt angesprochen, ohne das dieses wie ein plumper Hinweis auf die Parodie-Elemente wirkt.
Natürlich gibt es auch einiges an Action zu sehen, die Ballereien, Explosionen, Verfolgungsjagden und wahnwitzige Stunts miteinander verbindet. Die Action ist zwar jugendfrei und maßlos übertrieben, aber erstklassig inszeniert. Zudem wirkt es hier nur umso lustiger, je mehr Actionszenen der Film scheinbar unmotiviert aneinander reiht. Außerdem sind die Actionszenen noch richtig schön Old School, was dem Actionfan vor allem bei den spektakulären Stunts (z.B. auf der Beerdigung) das Herz aufgehen lässt.
Arnold Schwarzenegger spielt hier mit großem Hang zur Selbstironie und kann mit Witz und Charme überzeugen ohne seine anderen Rollen lächerlich wirken zu lassen. Die restlichen Darsteller müssen hinter Schwarzeneggers damals sehr zugkräftigem Namen zurückstecken, können aber dennoch allesamt überzeugen. Zudem ist der Film mit diversen witzigen Cameo-Auftritten gespickt.
Massig Action und sehr viel überzogener Witz – „Last Action Hero“ ist eine gelungene Actionkomödie und Genreparodie zugleich, auch wenn ihm in der Endphase die Puste doch merklich ausgeht.