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Ash(ley) und seine Freunde wollen in einer abgelegenen Waldhütte Urlaub machen, erwecken jedoch ungewollt mit Hilfe eines Kellerfundes bestehend aus dem Buch der Toten und einer Tonbandaufzeichnung etwas Dämonisches, was nach und nach von Ashleys Freunden Besitz ergreift.

Dann will ich auch mal ein paar Worte über einen d e r Horrorfilme schlechthin verlieren. Was der Regisseur Sam Raimi und seine Freunde und Kollegen mit knappen Mitteln auf die Beine gestellt haben ist schlichtweg genial und zu Recht zählt "Tanz der Teufel" zu den wichtigsten Horrorfilmen.
Der Schauplatz der heruntergekommenen und abgelegenen Waldhütte ist ideal für den Horror, der sich in und um ihr herum abspielt. Durch den Einsturz der zur Hütte führenden Brücke und den lebenden Wald (unervergesslich ist wohl das penetrierende Geäst) sind die Protagonisten an diesen Ort gebunden und müssen sich ihrer Haut erwehren. Die Bedrohung durch das Böse ist ständig präsent und wird durch das geniale Zusammenspiel von Kamera, Sounds und Musik perfekt inszeniert. So gleitet die Kamera zum Beispiel beim ersten Auftritt der dämonischen Kraft aus dem Erdreich durch den Wald auf die Hütte zu und umkreist diese ständig begleitet von einer eindringlichen Mischung und Geräuschen und Musik.
Ab diesem Moment erwartet den Zuschauer eine wahre Achterbahnfahrt aus grandiosen Ideen, nervenzerreißender Spannung und splattriger Details, die einem nur wenige kurze Verschnaufpausen gönnt. So holt sich das Böse nach und nach die Freunde von Ash und lässt diese zu mordgierigen Bestien mutieren. Die Make Ups dieser Wesen fiinde ich sehr überzeugend und ihre Schreie und Geräusche gehen einem durch Mark und Bein. Zimperlich gehen die Besessenen auch nicht gerade zu Werke und beispielsweise der Bleistift im Knöchel lässt mich beim bloßen Anblick zusammenfahren. Dass die Dämonifizierten nur durch totale Zerstückelung erlöst werden können, bietet viel Platz für die fantastischen Spezialeffekte, die zwar einfach gehalten sind, ihre Wirkung aber keineswegs verfehlen. Besonders die ausgedrückten Augen und die Komplettzerstückelung bleiben in Erinnerung.
Es gibt aber auch komische Momente wie das Augenspiel zwischen Ash und seiner Freundin, als er ihr eine am Ende sehr wichtige Kette schenkt und später mit vertauschten Rollen als Ash die Besessene zu Grabe tragen will oder die verrückten Kamereinstellungen als Ash am Ende dem Wahnsinn zu verfallen droht. Auch die Knetmasseneffekte am Ende haben ihren Reiz.
Hinzukommen über den gesamten Film verteilte Details, wie der fortan in allen Filmen von Sam Raimi vorkommende Wagen, sein Auftritt als am Straßenrand winkender (ich glaube) Angler, die verschlüsselten Botschaften vom Tonband oder das im Keller untergebrachte Plakat zu Wes Cravens "Hügel der blutigen Augen". Für nähere Informationen empfehle ich hierzu den Audiokommentar von Sam Raimi und Horst, äh nein, Robert Tapert und den von mir favorisierten Audiokommentar von Bruce Campbell. Neben reinen Informationen gibt es hier viel zu Schmunzeln.

Insgesamt ist dies in meinen Augen ein durchweg überzeugender Horrorfilm, der trotz minimaler Mittel die größtmögliche Wirkung erzielt und für Horrorfans ein Muss ohne Wenn und Aber ist.

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