Don't judge a book by its cover
Von wegen entspannter Urlaub in einer abgelegenen Waldhütte - dank des Abspielens eines alten Tonbands wird der Ausflug für Ash (Bruce Campbell) zu einem Kampf ums überleben. Im Keller jener Hütte findet sich neben allerlei Gerümpel auch ein seltsames Buch - das Necomonicon - und besagtes Tonband.
Unwissend und naiv wie man ist spielt man das Band ab und setzt damit eher unfreiwillig das Böse frei, dass in diesen Wäldern zu Hause ist. Nicht sichtbar, aber umso tödlicher. Denn eine kleine Wunde reicht, um potentielle Opfer zu befallen und diese in blutrünstige Zombies zu verwandeln. Dieses Schicksal ereilt nun nach und nach jeden von Ashs Freunden und es liegt an ihm, die Nacht zu überleben und dem Spuk ein Ende zu bereiten.
Evil Dead gehört zu den Kultfilmen, die wenig bis gar nicht mit ausgefeilter Story oder passablem Schauspiel bestechen, sondern eigentlich nur mit den (zu damaliger Zeit) ziemlich blutrünstigen Splattereffekten. Die werden dabei vornehmlich im letzten Drittel aufgefahren und haben es auch durchaus in sich.
Natürlich sehen die meisten aus heutiger Sicht eher lächerlich aus, aber angesichts des arg limitierten Budgets hat man sich doch einige amtliche Tricksereien aus dem Ärmel gezaubert.
Die Stop-Motion-Animation der dahinsiechenden Zombies ist dabei defnitiv sehr lustig anzusehen.
Gleichzeitig wirkt durch das laienhafte Schauspiel aber auch einiges unfreiwillig komisch und kommt doch eher käsig rüber. Dabei gelingt der Spannungsaufbau gerade in der ersten halben Stunde ziemlich gut und die Atmosphäre der heruntergekommenen Hütte trägt ihren Teil dazu bei.
Leider ist auch die Synchro eher am unteren Ende der Qualitätsskala anzusiedeln, so dass im Zweifelsfall eher der Originalton zu bevorzugen ist.
Mein Eindruck des Films hat sich auch nach erneutem Anschauen nicht geändert. Es bleibt ein gutes Splatter B-Movie im oberen Mittelfeld und man darf ihn als Horrorfan auch ruhig mal gesehen haben. Ein Pflichtkauf ist er aber nicht.