Gut zwanzig Jahre nachdem "Tanz Der Teufel", im Original "Evil Dead", den Zuschauern den Atem stocken ließ, hat der Film wenig von seiner Klasse eingebüßt.
Der Streifen, der mittlerweile Kultstatus erreicht hat, ist noch immer ein gern gezeigter Film, wenn man Spannung von der ersten bis zur letzten Minute erzeugen will.
Schon zu Beginn hat der Film eine düstere Stimmung. Zwar singen die auftretenden Akteure während ihrer Fahrt zu der kleinen Hütte im Wald, aber schon hier treten unheimliche Dinge auf, wie z.B. das Ding, welches dumpf brüllend über die sumpfige Landschaft fliegt, die allein schon erschreckend genug ist.
Die Hütte selbst und die gesamte Lokation drumherum ist perfekt gestaltet.
Eine alte leer stehende Hütte, die in einem schaurigen dunklen Wald steht und bei der es einem beim bloßen Anblick eiskalt den Rücken runter läuft ist der ideale Schauplatz für Horror und Spannung.
Kranken Stoff bietet "Tanz Der Teufel" en masse. Für mich noch immer einer der kränksten Filme überhaupt. Auch wenn den Effekten das Low-Budget anzumerken ist kommen die stellenweise gar perversen Szenen hammerhart rüber.
Den grausigen Höhepunkt gibt es so eigentlich gar nicht.
Wenn man denkt etwas schlimmeres und widerlicheres als von einem lebendig gewordenen Baum vergewaltigt zu werden gäbe es nicht, sollte man sich bei "Tanz Der Teufel" im Sessel zurücklegen und sich die nächsten 15 Minuten verinnerlichen, die die besagte Szene bei weitem übertreffen.
Gern gesehenes Mittel um sich seiner Peiniger zu entledigen ist bei "Tanz Der Teufel" klar der Spaten oder die Axt, mit welcher die dämonischen Jäger zu Schaschlik verarbeitet werden.
Mit "Tanz Der Teufel" schuf Sam Raimi den ersten Teil einer populären Trilogie, bei der sich jeder Film, abgesehen von der Handlung, unterschied wie Tag und Nacht.
Beim ersten Teil ging man vorwiegend noch auf den Aspekt der Spannung ein, die zeitweise kaum zu überbieten ist.
Besonders, wenn einer der jungen Erwachsenen alleine in den Keller der Hütte geht, oder wenn man das Geschehen durch die Augen des Bösen, sieht, welches man über den ganzen Film hinweg nicht in seiner richtigen Form zu Gesicht bekommen wird, steigt die Spannung ins Unermessliche, und man ist heilfroh, wenn man sich wieder in einem hell erleuchteten Raum befindet, in dem alle Akteure versammelt sind und ihre Spielchen treiben.
Die Effekte sind zwar kein Vergleich zu dem was man heute erreichen kann, aber dennoch recht ansehnlich und unterhaltbar. Auch wenn die finalen Szenen, die in Motion-Picturing abgedreht wurden für fachkundiges Publikum wenig zu bieten haben, wird der Laie stark beeindruckt sein.
Ansonsten sind die Effekte gut gesetzt und hinterlassen ihre Wirkung beim Betrachter.
Gern gesehen sind Szenen, bei denen einer oder eine der Darsteller durch ein Fenster gerissen wird und anschließend ziellos durch den Wald umherirrt, ohne Aussicht auf ein Fortkommen, da der einzige Zugang, eine Brücke, wie von Geisterhand zerstört wurde.
Der Einsatz von Nebel vermittelt zudem ein schauriges Gefühl, wenn dieser über den Boden streicht und die einsame Hütte im Nichts verschwinden lässt.
Die Darsteller tragen einen Großteil dazu bei, dass der Film so spannend wirkt, wie er es tut, auch wenn die Akteure manchmal ein wenig über das eigentliche Maß hinausschießen und unnatürlich wirken hat dies wenig Einfluss auf das Gesamtbild des Films, da dieser selbst total verrückt und krank ist.
Herausragend spielt auch Bruce Campbell, der mit Ash seine erste große Rolle in einer Hollywood Produktion gefunden hatte, die ihn weltweit berühmt werden ließ.
Schon im ersten Teil kristallisiert sich heraus, dass Ash, der typische Antiheld, ein totaler Volltrottel ist, den man einfach gern haben muss.
Sein Gesichtsausdruck allein verkörpert Angst, Verzweiflung, Verrücktheit und Dämlichkeit.
Leider habe ich ein wenig Witz vermisst, wie er in Teil 2 geboten wird.
Ein paar Lacher hätten dem Film sicherlich nicht geschadet, da sie nicht mehr als Galgenhumor gewesen wären und dieser zur schaurigen Stimmung einen Großteil beiträgt.
Jedoch wurden wir in den Folgeteilen mit Humor nur so überhäuft, dass man nicht all zu traurig, über das Fehlen des selbigen im ersten Teil, ist.
Mein Fazit. "Tanz Der Teufel" ist ein solider Film, der auch zwanzig Jahre später ein richtiger Knaller ist und sich nicht hinter den neuen so genannten Horrorfilmen aus Amerika verstecken braucht. Ist zwar kein alles überragender Film, aber durchaus ein solider Streifen mit vielen Höhen und wenig Tiefen.