Review

Regiesseur Albert Pyun kann einen doch noch manchmal überraschen. 90 % seiner Film sind Schrott, doch manchmal kommt eine echte Genreperle zum Vorschein, wie damals schon " Cyborg ". Auch Nemesis ist so ein Film, er ragt eindeutig aus Pyuns Werken heraus und ist zweifelsohne eines seiner Besten. Nemesis zog drei Fortsetzungen nach sich, welche aber alle Totalschrott sind.
Man merkt hier auch das etwas größere Budget von Produzent Ash R. Shah. Albert Pyun kann sich hier richtig austoben, vor allem actionmäßig.

Auch hier darf sich Pyun wieder mit seinem Lieblingsthema auseinandersetzen, nämlich der Endzeit und den Cyborgs. Die Story ist dabei nicht sonderlich klug, ist aber für einen Pyun Film immer noch gut. Aber bald interessiert die Story eh niemand mehr, denn die Action übernimmt das Kommando.
Inhalt:
Wir sind im Jahr 2027 und die Supermächte USA und Japan haben die Kontrolle über die gesamt Erde übernommen. Auch die Wissenschaft ist ein ganz schönes Stück weiter und kann jedes menschliche Körperteil durch ein kybernetisches ersetzen. Alex Rain ist Agent beim LAPD und macht Jagd auf Terroristen. Sein neuer Auftrag führt ihn nach Shang Loo. Dort soll er der Terroristengruppe Hammerhead einen Chip abjagen. Doch die Auftraggeber haben ihm die Wahrheit verschwiegen, jeder Mensch soll durch einen Cyborg ersetzt werden. Alex kommen langsam Zweifel und er beginnt die Seiten zu wechseln. Doch seine Auftraggeber wollen dies nicht zu lassen und wollen nun auch ihn eliminieren.

Kaum zu glauben, was Pyun hier leistet, die Story ist zwar Nonsens, aber die Actioneinlagen sind klasse. Gleich am Anfang gibt es einen zehnminütigen Shootout, wo geballert wird, was die Waffen hergeben inklusive vieler Explosionen und Einschüssen. In bester Woo Manier wird sogar beidhändig geballert. Der arme Alex muss dabei einiges einstecken und wird immer mehr zum Cyborg. Auf Java in Shang Loo geht der Spass weiter, eine Keilerei, eine Schießerei und Alex befindet sich auf der Flucht, wobei die letzte halbe Stunde des Films wirklich fast Non Stop Action bietet.
Die Cyborgeffekte sind gespalten, denn einige sind wirklich gut und andere sehen sehr billig aus. Bei diesen Effekten hat man sich stark an diversen Vorbildern bedient, ohne die Qualität zu erreichen.
Die Brutalität hält sich hier in Grenzen, ein paar blutige Shootouts, Cyborgeinschüsse oder Zerfetzungen. Es artet nie aus, aber Manches ist schon härter anzusehen.

Auch die Kulisse ist sehr gelungen, genauso wie die Optik. Es wird ein starkes Endzeitszenario geboten mit Menschenleeren Gegenden, baufälligen Gebäude und trister Umgebung. Aber auch Exotik bringt Pyun ein bisschen herein, denn Shang Loo ist eine ziemlich helle und schöne Gegend und auch die Wüstenaufnahmen anfangs passen sehr gut zum Film.
Beim Sound hat man sich etwas bei " Rambo " bedient, hört man auch sofort. Aber auch hier kann man durchaus zufrieden sein, da man stets die passende Musik auf Lager hat.

Oliver Gruner ist hier in seiner zweiten Rolle zu sehen und er schlägt sich wacker als eine Art Cyborg Cop. Außerdem hat er immer einen passenden Spruch auf Lager, nur hätte man ihn ruhig mehr fighten lassen können, er darf hier wirklich nur sehr selten und immer nur kurz sein Talent unter Beweis stellen.
Auch B-Film Ikone Brion James ist mit an Bord und was spielt er ? Natürlich einen Bösewicht, passt einfach zu ihm.
Auch Tim Thomerson ist dabei, dieser hat schon oft in Pyunfilmen mitgespielt. Die Fieslingsrolle passt auch zu ihm gut.
Tom Jane ist in einer ganz jungen Rolle zu sehen, Talent hat er hier noch keines, dazu ist seine Rolle auch zu klein.
Cary Hiroyuki Tagawa verkörpert den Anführer der Hammerheads. Auch er ist in B-Actionmovies immer willkommen, nur hier hat er mal dir Rolle eines Guten bekommen. Ins Gras beissen tut er aber trotzdem.

Fazit:
Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn. Einer der wenigen guten Filme von Trash Regiesseur Albert Pyun. Sehr gute Action, nur hätte er uns ein paar Fights mehr liefern können. Das Szenario sieht auch perfekt aus und auch die Darsteller sind glaubwürdig. Für Actionfans unumgänglich.

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