Review

Walrutschsieg

Seefahrerabenteuer gibt’s viele. Aber eigentlich war diese Version von John Huston schon damals dermaßen perfekt, dass es einen wundert, dass danach überhaupt noch weitere Werke über „Moby Dick“ gedreht wurden… Wir erleben hier Kapitän Ahabs unerbitterliche Suche nach dem riesigen weißen Wal - aus der Sicht eines Matrosen zwischen Verachtung und Bewunderung für seinen stoischen Vorgesetzten…

Besonders an Hustons „Moby Dick“ beeindruckt hat mich seine Aura, seine Atmosphäre, sein Aussehen. Was Huston hier auf hoher See abfackelt audiovisuell ist wirklich angsteinflössend immersiv. Der Legende nach unter Gefahr für Leib und Seele für alle Beteiligten. Heutzutage nicht mehr denkbar. Aber das Wagnis hat sich gelohnt. Und wie! Diese entfärbten Bilder und Momente sind für die Ewigkeit. Sehr nah an der literarischen Vorlage. Orson Welles als menschlicher Wal. Gregory Peck in seiner vielleicht intensivsten, grimmigsten und verrücktesten Rolle. Legendär! Dagegen sehen neuere Filme dieser Art wie etwa „Im Herzen der See“ ganz alt aus. Ein bisschen die Antithese für Hustons eigenen „Meuterei auf der Bounty“, der sehr viel bunter, hoffnungsvoller, exotischer und sonniger daherkommt. Das hier ist eingeengt, konzentriert, düster. Und ein echter Ritt ins Herz der Dunkelheit! 

Fazit: dieses beeindruckende Abenteuer in Sepiatönen lässt einem keine Wa(h)l - das ist die ultimative filmische „Moby Dick“-Geschichte! 

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