Bei der Ankündigung eines neuen Knight Rider Films sowie den ersten Fotos war die Kritik in der Fangemeinde groß. Die Aufregung bezog sich folglich auf die Wahl des neuen KITT sowie des neuen Hauptdarstellers, der den Sohn von Michael Knight spielen soll. Und so ist das Ergebnis nach Sichtung des Pilotfilms:
Kann ein klobiger 550 PS Ford Shelby GT500KR Mustang einen schlanken und wendigen Pontiac Trans Am als KITT ersetzen? Antwort: Ja, er kann. Zugegeben, auf den Pressebildern sah KITT noch relativ schwerfällig und lahm aus, aber live in Action macht das Wägelchen eine optisch hervorragende Figur. Die Morphing-Funktionen, welche im Pilotfilm ausgiebig vorgestellt wird, hat man zwar aus der TV-Serie Viper geklaut, aber der Effekt wirkt deutlich professioneller und hübscher. Dagegen erinnert der Super Pursuit Mode mit dem überdimensionalen Heckspoiler noch etwas an den Original-KITT. Mit Val Kilmer als neuem Sprecher von KITT hat man ebenfalls einen guten Griff getan, denn seine Stimme klingt relativ ähnlich wie die von William Daniels und man gewähnt sich folglich sehr schnell dran.
Ein etwas zweischneidiges Schwert hinterlässt Hauptdarsteller Justin Bruening. Vor allem zu Beginn wirkt er etwas unbeholfen und unsympathisch, jedoch bessert sich das gegen Ende und man möchte ihm dann doch eine Chance geben, das Erbe von Michael Knight anzutreten, wenn eine komplette Staffel produziert werden sollte. Eigentlich war ich ja vor dem Film dafür, David Hasselhoff noch eine Chance zu geben. Allerdings geht der auch schon auf die 60 zu und hat sich optisch lange nicht so gut gehalten wie etwa ein Sylvester Stallone. Als The Hoff am Ende kurz auftaucht, sieht man einen sehr alt wirkenden Mann, der statt Ende 50 eher wie Ende 60 aussieht. Dann doch lieber einen anderen.
Die Handlung des Films ist wie bei so vielen Serienpiloten darauf bedacht, die Charaktere vorzustellen. So muss man sich schonmal damit abfinden, dass Mike und Sarah ein 10-15-minütiges Gespräch während der Fahrt über ihre Vergangenheit führen, nur unterbrochen durch eine Pinkelpause. Natürlich darf auch die Vorstellung des neuen KITT nicht fehlen, der hier in vielen rasanten Hochglanzeinstellungen durchs Bild sausen und ein paar Stunts und Gadgets vorführen darf. Die Actionszenen gefallen dabei durch gute Tricks und eine zackige Inszenierung mit einer gesunden Portion Härte. Im Original durfte ja kaum gestorben werden, von der Darstellung von Blut ganz zu schweigen.
Fazit: Verheißungsvoller Pilotfilm. Während mich der neue KITT auf Anhieb überzeugt, muss sich der neue Fahrer noch in der Serie bewähren.