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Im Nachhinein betrachtet wirkt „From Within“ wie ein typischer japanischer Geisterfilm neuerer Machart, nur dass es sich um einen amerikanischen Streifen handelt, der darum bemüht ist, einen weiteren Aspekt des Mitfieberns aufgrund einer fundamentalistisch religiösen Gemeinde unterzubringen.
Die Grundidee ist brauchbar, aber nicht effektiv genug umgesetzt, um mit der Mixtur die volle Aufmerksamkeit zu erlangen.

Die Geschichte spielt sich in dem Örtchen Grovetown ab und beginnt mit dem Selbstmord eines jungen Mannes, der sich im Beisein seiner Freundin überraschenderweise die Kugel gibt. Kurz darauf wird auch sie tot aufgefunden, mit einer Schere im Hals.
Die meisten in der Gemeinde um Pastorensohn Dylan geben den Außenseiter Aidan die Schuld, denn als seinerzeit ein Junge im Meer ertrank, wurde dessen Mutter dafür verantwortlich gemacht. Lediglich Lindsay glaubt an die Unschuld Aidans, während jedoch immer mehr Leute scheinbaren Selbstmorden zum Opfer fallen…

So interessant die Prämisse auch klingt, so unspektakulär wurde sie in Szene gesetzt, denn von Widergängern/Spiegelbildern der potentiellen Opfer, über einen möglichen Fluch und der ganzen verschworenen Gemeinde hat man bereits alles in zigfacher Ausführung mit weitaus mehr Elan präsentiert bekommen.
Hauptfigur Lindsay ist zwar fix als Sympathieträgerin etabliert, da sie mit einem nichtstaugenden Poser von Stiefvater und einer alkoholkranken Stiefmutter schon arg geschlagen ist und sich rasch auf die Seite des Einzelgängers schlägt, doch um sie herum treiben lediglich oberflächlich gezeichnete Figuren ihr Unwesen.

So erinnern einige Ableben zwar vage an eine Mischung aus „Final Destination“ und „Grudge“, doch bei alledem kommt zu selten Atmosphäre auf und die Jump Scares werden nie genüsslich ausgelotet. Zu kurz erscheinen dabei die Ebenbilder der Opfer und zu unspektakulär und blutarm werden solche Momente fortgesetzt, indem sie folgerichtig mit dem Tod der jeweiligen Figuren enden.
Dabei wird besonders durch die hervorragend eingesetzte Soundtechnik Spannung geschürt, aufgrund mangelnder Dramaturgie entstehen jedoch nie Szenen, die einem den Atem stocken lassen.

Das größte Manko ist jedoch die Vorhersehbarkeit der Konstellation. Man weiß einfach, wie religiöse Fanatiker ticken und dass diese mindestens eine Leiche im Keller haben dürften und ebenso ist nahe liegend, dass auch unser Außenseiter Aidan möglicherweise ein Geheimnis mit sich herumträgt. Was den Fortgang bei alledem erleichtert, ist die schlichte Schwarzweißmalerei der Figuren, denn ganz klar ist man auf Seiten der Außenseiter und wünscht den Fanatikern alles Übel ihrer Scheinheiligkeit.

Das einigermaßen flotte Erzähltempo und die durch die Bank brauchbaren Darsteller führen ebenso dazu, dass die Chose am Ende nicht gänzlich langweilig erscheint und man mit halber Wachsamkeit am Ball bleibt. Immerhin entschädigen die letzten Bilder ein wenig von der Ideenarmut des Drehbuchs, da ist man schlussendlich doch ein wenig mutiger herangegangen, was dem kompletten Vorlauf sicher auch nicht geschadet hätte.

Insofern ist „From Within“ kein gänzlich schlechter Film, er findet nur nicht die richtigen Mittel, um aus der Mixtur zwischen Geisterfilm, Thriller und sektenähnlicher Bedrohung des Guten ein spannendes Gesamtwerk zu bilden:
Von allem ein bisschen, aber in jeder Hinsicht zu unausgewogen, um ein breiteres Publikum für sich zu gewinnen, denn von dem Streifen bleibt schlichtweg kaum etwas hängen…
5,5 von 10

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