Review
von Leimbacher-Mario
Selbstmord-Domino
In seinen besten Momenten erinnert mich „From Within“ an „It Follows“. Nur blasser und uninspirierter. Doch ansonsten gibt es, abgesehen vom bösen Finaltwist, nicht allzu viel Gutes zu vermelden. Oder zumindest nichts über'm Durchschnitt. Da hätte man vom Kamermeister Phedon Papamichael zumindest audiovisuell noch zwei bis drei Schippen mehr erwartet... Es geht um einen Fluch, der eine religiös sehr geteilte und zum Teil extreme US-Kleinstadt befällt. Einer nach dem anderen bringt sich auf mysteriöse Weise um und gruselige, verfolgende Visionen plagen die Betroffenen und treiben diese in den Wahnsinn und schließlich in ihren Tod...
Natürlich muss man (vor allem in Horrorfilmen) etwas übertreiben. Aber vor allem die frenetische christliche Gemeinde hier wird doch arg lächerlich und bescheuert und übertrieben dargestellt. Angst macht das nicht, eher verursacht es Frust und Kopfschütteln. Aber wer weiß, welche Züge das im amerikanischen Hinterland mittlerweile angenommen hat. Dennoch reißt das manchmal aus dem Film raus. Genauso wie die schwach dargestellten, von mieser CGI entstellten „bösen Dämonendoppelgänger“ und die extrem blassen Hauptfiguren, deren Namen man gefühlt schon während des Abspanns vergessen hat. Vielleicht gar früher. Der 90er-Vibe passt zwar und atmosphärisch geht das klar, sticht das ganz klar die vielen billigen Jumpscares aus, doch echte Spannung oder wahres Mitfiebern blieben bei mir völlig aus. „From Within“ wirkt größtenteils wie ein unbeschriebenes Blatt und ist super schnell vergessen. Selbst wenn er technisch ordentlich gemacht ist und es mal eine Apokalypse ist, wie man sie so konsequent noch nicht gesehen hat.
Fazit: wie ein generischer Vorläufer zu „It Follows“. Teilweise solide und kurzweilig. Das Ende z.B. ist schön düster. Aber meistens nur maximal Mittelmaß und leider kaum gruselig. Plus peinlich dargestellte „Christen“, eher Witzfiguren als Angstmacher.