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Hier ist er also nun, der neueste Fernsehfilm von Deutschlands Action-Schmiede Nr. 1 "actionconcept":

Katie, eine Werkstattbesitzerin steht kurz vor dem Konkurs. Doch den will sie verhindern, indem sie versucht die benötigten 50.000 Euro bei illegalen Autorennen zusammenzubekommen. Hilfe bekommt sie dabei von ihrem Freund, Eric und ihren beiden Fahrern ein Polizist, der heimlich an den Rennen teilnimmt und von dem Pizzaboten Mike. Doch als Mike gegen den Fahrer des Mafiabosses Gorgolov gewinnt macht eben jener Mafiaboss ihm ein Angebot, welches er nicht ablehnen kann...

Natürlich ist "Fast Track - No Limits" nicht mehr als ein weiteres Rip-Off des US-Knallers "The Fast and the Furious", der den Boom an Filmen, die als Thema "illegale Autorennen" haben ausgelöst hat. Gemäß dem amerikanischen Vorbild, darf hier natürlich der Polizist, der heimlich die illegalen Rennen mitfährt nicht fehlen. Und auch so erinnert viel an den Vin Diesel-Film; Riesen-Partys bei den Rennen, ähnliche Charaktere und auch vom Stil wie in "The Fast and the Furious" die Rennszenen gefilmt waren hat man sich einiges abgeschaut.

Natürlich darf man von der Story keine Innovationen erwarten, da sie auch übel kopiert ist, natürlich sind die Dialoge größtenteils hohl, aber das sollte bei einem solchen Film nicht stören, geht es doch schließlich primär darum, jede Menge heiße Schlitten, noch heißere Girls, eine coole Optik und fette Auto-Action aufzufahren. All das ist hier teilweise durchaus gelungen, teilweise aber auch ziemlich in die Hose gegangen...

Die Darsteller sind durch die Bank relativ unbekannte Gesichter, machen ihre Sache, abgesehen von ein-zwei schauspielerischen Totalausfällen recht solide. Den coolen Typen haben die meisten ordentlich drauf. Da der Film in Englisch gedreht wurde, um den Film im Ausland besser vermarkten zu können, musste er natürlich für die deutsche Fernsehausstrahlung synchronisiert werden. Leider ist diese Synchronisation so ziemlich das miserabelste und liebloseste, was ich in dieser Hinsicht in letzter Zeit erleben musste. Wenn man einen deutschen Film schon unbedingt in Englisch drehen muss, sollte man zumindest für eine ordentliche deutsche Synchronisation sorgen!

Das große Plus des Filmes ist eindeutig die Optik. Fast- und Slow-Motion, Computer-Animationen, alles dabei und es wird hier nicht wie in früheren "actionconcept"-Vehikeln wie "Der Clown - Payday" deplaziert, sondern wohl dosiert an den richtigen Stellen eingesetzt, sodass die technischen Spielereien ihr Ziel nie verfehlen, sondern den Film eine tolle Optik verleihen. Auch die Renn-Szenen wurden schick eingefangen, sodass dabei immer die heißesten Schlitten im Mittelpunkt stehen.

Herman Johas "actionconcept" steht ja für Autostunts in Dutzendware, die Produktionsfirma, die Autos fliegen lernte und bisher in jeder Serie oder Film brachiale Actionszenen inszeniert hat. Aber genau das ist bei "Fast Track - No LImits" nicht besonders gelungen. Der Funke will in den Action-Sequenzen einfach nicht überspringen, der Grund hierfür ist wohl klar, mehr als "actionconcept"-Routine bekommt man hier nicht geboten, fliegende Autos, sich überschlagende Autos, etc., das mag vielleicht für eine "Cobra 11"-Folge reichen, aber für einen Pilotfilm für eine mögliche Serie, die man etablieren will ist das einfach viel zu wenig, da fühlt man sich leider eher gelangweilt als mitgerissen in den Action-Szenen, weil man das Gefühl eben nicht los wird, dass was man gerade sieht, schon hunderte male in leicht veränderter Form gesehen zu haben. Man muss sich eben auch mal weiterentwickeln und nicht gefühlte 20 Jahre immer das gleiche an Action bringen, irgendwann beginnt es einfach zu langweilen. Natürlich gibt's hier auch wieder das gleiche Geräusch, was man bei "actionconcept"-Produktionen schon gewohnt ist und welches man immer geboten bekommt, wenn irgendwo ein Auto aufschlägt. Und wirklich immer, sowas ist einfach nur nervig.

Etwas positiver ist da schon der wirklich gelungene Score zu erwähnen, der weiß insbesondere die Rennszenen gelungen zu unterlegen und somit rettet er natürlich einiges.

Die Charaktere waren wider Erwarten recht interessant und auch die nötige Tiefe war vorhanden, kleine Klischees gibt's natürlich auch, aber wirklich so kleine, dass sie nicht stören. Serienpotenzial haben die meisten Charaktere sicher, aber wenn man einen Blick auf die bescheidenen Quoten des Piloten wirft ist eine nachfolgende Serie vielleicht nicht unbedingt zu erwarten.

Spannung kam teilweise durchaus auf, wenn der Plot auch sehr vorhersehbar war. Größere Durchhänger waren auch kaum zu verzeichnen, sodass fast nie Langeweile aufkommt.

Fazit:
"Fast Track - No Limits" ist ein recht nettes "The fast and the Furious"-Rip-Off, welches zwar übel kopiert, aber eine wirklich gelungene Optik zu bieten hat, einen ebensolchen Score und auch recht interessante und sympatische Charaktere. Die Schauspieler sind als recht solide einzustufen. Die Action ist zu routiniert um überzeugen zu können, wenn auch handwerklich in Ordnung. Von mir gibt 6 Punkte.

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