Die kleinen, grünen Männchen leben unter uns! Und sie sehen aus wie Kevin Spacey! Wahnsinn, nicht wahr? Oder ist die von Kevin Spacey dargestellte Figur etwa doch kein Außerirdischer? Ist er in Wahrheit nur ein Verrückter? Fragen über Fragen, die sich dem Zuschauer bei „K-Pax – Alles ist möglich“ stellen. Und deren Antwort – soviel sei vorweggenommen – jeder Zuschauer für sich selbst ergründen muss.
Prot (Kevin Spacey) wird durch einen dummen Zufall in ein Krankenhaus eingeliefert. Verdacht: Einnahme von halluzinogenen Stoffen. Prot behauptet, er sei kein Mensch. Er stammt vom Planeten K-Pax. Nachdem die Ärzte herausgefunden haben, dass sein Zustand nicht auf Halluzinogene zurückzuführen ist, kommt er in die Obhut des Psychiaters Dr. Mark Powell (Jeff Bridges). Mit jeder Therapie-Sitzung, die Dr. Powell mit Prot hat, wird das „Wesen“ Prot undurchsichtiger. Ist er nun wirklich ein Außerirdischer oder doch ein geistig verwirrter Mensch, der durch ein grausames Ereignis in der Vergangenheit seine Existenz mit der eines Außerirdischen zu tauschen versucht? Und wie schafft es dieser Kerl, den anderen Patienten in der psychiatrischen Klinik wieder Hoffnung einzuflößen, sie teilweise sogar fast zu heilen?
„Alles ist möglich“ – der Untertitel dieses Films erscheint zugleich als durchgehend begleitendes Motto des Streifens. Für Prot, den Außerirdischen, ist alles möglich: Lichtreisen, das Kommunizieren mit Hunden, das Heilen von Geisteskranken – einfach alles ist möglich. Und auch für Dr. Mark Powell scheint alles möglich: es ist möglich, dass Prot ein verwirrter Mann ist; es ist aber ebenso möglich, dass dieser Prot Recht hat und er wirklich von einem fernen Planeten stammt und diesen am 27.Juli 2001 um 05:51 Uhr wieder verlassen wird. In genau diesen Glauben an die Macht des Möglichen steigt der Zuschauer recht schnell mit ein. Er lässt sich von den wundervoll eingefangenen Bildern ebenso verzaubern wie von der Leichtigkeit, die Kevin Spacey in seine Rolle legt. Im einen Moment amüsant tollpatschig, im anderen Moment wieder bedrückend nachdenklich über die Eigenarten der Menschen philosophierend, so schafft es Spacey, dass das Publikum mit der Hauptperson dieses Filmes mitfühlt, mitlacht und mitdenkt. Jeff Bridges sei es hier nicht als negativ angelastet, dass er über den größten Teil des Films neben diesem Meister seines Fachs nicht sonderlich an Farbe gewinnt.
Die Story an sich, die sich zunächst wie ein Sci-Fi-Drama präsentiert, entwickelt sich recht schnell zu einer Studie über die Menschheit selbst, die – begleitet durch eindrucksvolle Bilder und jederzeit passende musikalische Untermalung – im Gesamten ein ganz eigenes (eigenartiges) philosophisch-poetisches Werk darstellt. Ein Film, der gut zu unterhalten weiß und zugleich den Zuschauer zum Nachdenken anregt. 8,5 von 10 Punkten!