Dem besessenen Frankenstein ist es gelungen, künstliches Leben zu erschaffen. Doch das Monster, dass er schuf flieht, beginnt zu morden und macht sich auf die Suche nach seinem Schöpfer. Es ist eine der zahlreichen Verfilmungen von Mary Shelley`s Roman aus dem Jahr 1818.
Die Story ist bereits altbekannt und kann leider nichts neues bieten, da im Film nur wenige Aspekte des Buchs abgeändert wurden. Der Film hat durchaus Tiefe und der Charakter der Bestie ist sicherlich gut dargstellt worden. Das Problem liegt leider darin, dass im Film die Grenze zwischen schuldig und unschuldig verschwimmen soll. Doch in diesem Film wurde der Bogen überspannt, sodass die Bestie als absolut unschuldig dargestellt wird und der Film so wieder in Gut-Böse-Klischees verfällt. Ansonsten sind aber die wichtigsten Aspekte aus der Romanvorlage vorhanden und die Story ist somit akzeptabel, aber nicht gut.
Der Film läuft etwas langsam an, doch von Dramen ist man dies ja gewohnt. Die Charaktere gewinnen schon mal an Tiefe. Die "Schöpfung" des Frankensteins ist leider nicht so spannend, wie sie hätte sein sollen, doch dies ist nicht die Schuld des Films, aber man kennt die Geschichte nun mal aus anderen Filmen. Der Mittelteil ist unterhaltsam, stellenweise ein wenig spannend, verfällt stellenweise aber leider ins episodenhafte. Der Zwiespalt zwischen Schöpfer und Schöpfung ist ordentlich dargestellt und wer noch keine Frankenstein-Verfilmung gesehen hat, wird sicherlich seinen Spaß haben. Das Ende ist sehr dramatisch und gut gelungen. Alles in allem bietet der Film solide Unterhaltung.
Die Filmmusik kann die dramatischen und spannenden Elemente des Films solide unterstreichen. Eine bedrohliche Atmosphäre, von der viele Horror-Filme leben, kann leider nur stellenweise aufgebaut werden. Die Kulisse ist ebenfalls gut gewählt.
Es gibt ein paar blutige Szenen, die meiner Meinung nach aber nicht übertrieben wurden. Das Make-Up ist sehr gut gelungen und lässt die Bestie bedrohlicher wirken.
Robert de Niro verkörpert die Bestie sehr gut. Ich finde es dennoch ungschickt, die Rolle der Bestie mit einem altbekannten Hollywood-Star zu besetzen, den man bereits aus vielen andern Rollen kennt, ich hätte lieber einen Unbekannten in der Rolle gehabt. Kenneth Branagh spielt ebenfalls gut. Helena Bonham Carter ist die Optimal-Besetzung für Frankensteins Frau und zeigt, dass sie bei Horror-Filmen ganz in ihrem Element ist. Ian Holm und John Cleese sind in Nebenrollen zu sehen.
Zusammenfassend ist Mary Shelley`s Frankenstein ein unterhaltsames Horror-Drama, dass den Konflikt zwischen Schöpfer und Schöpfung zu eindimensional darstellt und verglichen mit anderen Frankenstein-Verfilmungen keine neuen Ideen liefert, aber dennoch gut unterhalten kann.