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Der wurde damals von der Presse und den Filmkritikern übel in die Mangel genommen: Kenneth Branagh wurde vorgeworfen, sich selbstverliebt bei so vielen Gelegenheiten wie möglich mit nacktem Oberkörper zu zeigen, aber die Tiefe der klassischen Romanvorlage außer Acht zu lassen. Nein, das ist schon eine gelungene und üppig ausgestattete Umsetzung mit genügend Drama und Denkanstößen. Und Branagh ist als besessener Wissenschaftler auch nicht zu verachten. Robert De Niro ist sicherlich auch eine höchst interessante Wahl für die Rolle des Monsters und macht seine Sache als missverstandener, vernarbter Eremit recht gut. Bei aller Ernsthaftigkeit, um die diese Adaption bemüht ist, muss man leider doch festhalten, dass wenn Helen Bonham Carter als zerrupftes Leichenflickwerk zu sehen ist, die Stimmung doch wieder etwas ins Lächerliche umkippt wie schon 1935 bei FRANKENSTEINS BRAUT.