"Es wurde immer vorausgesagt, ein Suchender würde kommen und den Stab zurück bringen. Und die Herrschaft des Jadekriegsherrn beenden."
"Forbidden Kingdom" vereint die beiden Martial-Arts Ikonen Jackie Chan und Jet Li in einem klassisch inspirierten Fantasy-Film.
In seiner Freizeit gilt Jason Tripitikas (Michael Angarano) Interesse hauptsächlich Kung-Fu-Filmen. In einem alten Geschäft chinesischer Prägung fröhnt er seinem Hobby und erhält vom Ladenbesitzer regelmäßig DVDs. Er träumt davon seine Vorbilder kampftechnisch nacheifern zu können um eine Bande ihn ständig bedrängender Jugendlicher vom Leib zu halten. Als diese Bande durch Jason's unfreiwillige Hilfe einen Raubzug in dem alten Laden durchführt wird der Besitzer angeschossen und Jason gelangt durch einen antiquierten Stab ins historische China. Durch den Besitz des Stabes obliegt ihm die Aufgabe, diesen dem Affenkönig zurück zu bringen um die Herrschaft des Jadekriegsherren (Collin Chou) zu beenden, was gleichzeitig eine Rückkehr nach Hause ermöglicht. Begleitung findet er in dem unsterblichen Lu Yan (Jackie Chan), einem stillen Mönch (Jet Li) sowie der auf Rache sinnenden Sperling (Liu Yifei).
Eine Mischung aus "Karate Kid" und "Die Unendliche Geschichte" macht den Traum vieler Martial-Arts Fans wahr. Das Treffen der mittlerweile beinahe schon abgegriffenen Wirework-Artisten ist längst überfällig, gerade da sich Li in den letzten Jahren unter Wert verkauft und Chan so langsam mit der Altersteilzeit liebäugelt. Um so besser, dass sich hier beide in Doppelrollen engagieren.
Der Affenkönig ist eine Figur, die gerade in der chinesischen Mythologie äußerst populär ist. In Indien wird er und seine Nachfahren als heilig verehrt, im chinesischen Raum durch literarische Werke und historische Zeugnisse geehrt. Als klug, liebenswürdig, zuweilen zu erstaunlicher Weisheit fähig und oft respektlos wird er bezeichnet und so lernen wir ihn direkt in den ersten Minuten kennen. Die Überaschung dabei: Jet Li's Gesicht ist unter der Maskerade kaum noch zu erkennen und konfrontiert den westlichen Zuschauer mit einem von ihm nicht erwarteten Kampfstil, der behändig, wild und zugleich fließender wirkt, als man es sonst von ihm gewohnt ist.
Dies soll sich aber noch ändern. Denn die fantastische, mitunter etwas überdrehte Geschichte wechselt zunächst zur eigentlichen Hauptfigur, die Getreu der 80er Jahre eine Underdog-Thematik einstiger Karatestreifen mit sich bringt. Die Figur des Jason stellt Bezugsperson dar, bleibt aber angenehm im Hintergrund um genug Platz für die eigentlichen Stars zu gewährleisten. Diese nehmen den Außenseiter natürlich unter die Fittiche und unterrichten ihn, was so einige humoristische Momente mit sich bringt gerade wenn dieser mit Weisheiten eines Bruce Lee um sich schlägt.
Humor gibts auch weiterhin, von augenzwinkernd bis übertrieben albern. Im Mittelpunkt stehen aber die Choreographien um die Kampfkunst der beiden Actionhelden.
Im Grunde nutzt "Forbidden Kingdom" jede Gelegenheit für einen opulenten Schlagabtausch in denen die stilistischen Unterschiede der Kampftechniken beider Stars am deutlichsten hervortreten. Die slapstickartige, körperbetonte und auf visuellen Witz ausgelegte kampfweise Chans gegen den eleganten, stilvollen und fließenden Stil des häufiger und formvollendet in den Seilen hängenden Li. Wirework steht reichlich im Vordergrund, richtig hart wird es aber zu keiner Zeit. Dafür ist die Akrobatik erstklassig.
Ungewöhnlich sind dabei magische Elemente, die den fantastisch-märchenhaften Eindruck untermauern. So fallen neben der obligatorischen Leichtigkeit der Figuren angedeutete Feuerbälle oder Luftwirbel auf. Und sogar Haare entwickeln ein kämpferisches Eigenleben.
"Forbidden Kingdom" ist ein ehrliches Martial-Arts Epos mit allen Stärken und Schwächen. Zu orchestraler Musik fährt die Kamera energetisch über großartig eingefangene Landschaftspanoramen. Optisch prachtvoll in Szene gesetzte Kulissen und fantastische CGI Effekte halten das hohe Niveau.
Auf der Gegenseite bietet der Film nichts Neues und ist voller Klischees und Vorhersehbarkeiten. Das Ende ist ebenso sichtbar wie überdramatisch, die Figuren eindimensional, der Gegenspieler blass. Trotz dieser Mängel unterhält "Forbidden Kingdom" und bietet eine ordentlich Spannungskurve.
Wie schon erwähnt stehen Jet Li ("The Warlords", "War", "Hero") und Jackie Chan ("In 80 Tagen um die Welt", "Rush Hour", "Police Story") mit ihren Kampfkünsten eindeutig im Mittelpunkt und schmeicheln in ihren klassisch angelegten Rollen. Aber auch der Rest des Cast ist ansprechend. So verblüfft Li Bingbing mit einer beeindruckend diabolischen Kopfgeldjägerin, die Haarsträhnchen stets sexy ins Gesicht fallend. Daneben fällt die ebenfalls ansehliche Liu Yifei etwas ab.
Michael Angarano ("Das Traumdate") agiert angenehm im Hintergrund, Collin Chou ("DOA: Dead or Alive", "Matrix Reloaded", "Matrix Revolutions") erhielt leider eine äußerst flach gezeichnete Figur eines Gegenspielers, die er nicht retten kann.
"Forbidden Kingdom" ist ein bildgewaltiges Epos, technisch auf hohem Niveau. Es unterhält durch klassisch angelegtes Kinoformat und hohem, absolut sinnfreiem Spaßfaktor. Dass dabei nichts Neues geboten wird ist kaum der Rede Wert, die überladen klischeehaften Figuren dafür schon eher tragisch. Zumindest passt das Aufgebot der Darsteller mit zwei überaus agilen Akrobaten, die für jede Menge Action und Kurzweil sorgen.
8 / 10