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Katie Featherston und Micah Sloat spielen ein junges Pärchen, das gerade in ein neues Haus gezogen ist, wo sie nachts merkwürdige Geräusche vernehmen, weswegen sie von nun an mit einer Kamera die nächtlichen Ereignisse in ihrem Haus aufzuzeichnen beginnen. Allerdings können die Aufzeichnungen die Ursachen des Spuks ebenfalls nicht klären, während sich die übernatürlichen Ereignisse häufen.

Gäbe es einen Oscar für die beste Vermarktung eines Films, würde ihn "Paranormal Activity", ähnlich wie "Blair Witch Project", der sowieso eine Art geistiger Vorgänger des Projekts ist, wohl gewinnen. Mit einer normalen Kamera und einem Budget von lächerlichen 15.000 Dollar in gerade einmal einer Woche gedreht, spielte der Horrorfilm weltweit knapp 200 Millionen Dollar ein, was den Hype um den Film selbstverständlich noch weiter anfachte. Aber unterm Strich bleibt nach dem Ansehen, wie bei "Blair Witch Project", nur das Gefühl einen soliden Film gesehen zu haben, der sich über Wert verkauft hat.

"Paranormal Activity" ist im pseudo-dokumentarischen Stil gehalten, wobei die Kamera ins Geschehen integriert ist. Dies lässt den Film zwar mitunter wie ein billiges Homevideo wirken (letztlich ist er ja im Grunde auch nichts anderes), verleiht dem Geschehen aber auch durchaus den Hauch einer gewissen Authentizität. Damit kommt punktuell auch ohne den Einsatz diverser Effekte, eines düsteren Scores und weiterer inszenatorischer Mittel, für die nun mal ein Millionenbudget von Nöten ist, mitunter eine gespannte Atmosphäre zustande. Zudem wird die Spannung zum Ende hin kontinuierlich erhöht, ohne, dass der dramaturgische Aufbau unterbrochen wird und auch das Finale, das zumindest ein wenig schockiert und zudem sehr überraschend ist, lässt keinen Grunde zur Beschwerde.

Aber unterm Strich sind die Mittel einfach zu primitiv, als dass "Paranormal Activity" übers graue Mittelmaß hinauskäme. So wird visuell letztlich natürlich überhaupt nichts geboten, die Tricks, mit denen der Spuk zum Leben erweckt wird, sind ebenso simpel. Und auch der Plot ist derart einfach, dass der Film erst mit seinem Finale wirklich in Fahrt kommt, hier hätte eine Vertiefung der Charaktere durchaus geholfen. Die beiden unverbrauchten Darsteller spielen noch ganz nett dagegen an, wirken durchaus authentisch, aber zu mehr als grauem Mittelmaß reicht es einfach nicht.

Fazit:
Auf den Spuren von "Blair Witch Project" wandelnd, ist "Paranormal Activity" sicherlich kein schlechter Film, da er mit seiner pseudo-dokumentarischen Machart durchaus authentisch und atmosphärisch wirkt, zu mehr reicht es aufgrund des simplen Plots und der ebenso einfachen inszenatorischen Mittel letztlich nicht.

60% 

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