Review

In der heutigen Zeit kommt es nicht mehr oft vor, dass Amateur-Produktionen dem großen Publikum vor die Nase gehalten werden. Und wenn ja, wendet man sich als verwöhnter Hochglanz-Freak dankend davon ab. "Langweilig und billig" sind wohl die am meisten gebrauchten Wörter, die man bei solch einem Film verwendet, der so straight gegen das Mainstream-Publikum ankämpft.

"Paranormal Activity" hat es dank mehreren Zufällen geschafft, der großen, weiten Welt "Hallo" zu sagen, und auch ich durfte mir ein Bild davon machen:

Im Groben geht es nur um das Paar Micah (Micah Sloat) und Katie (Kathie Featherston) , die in San Diego leben. Die beiden werden scheinbar nachts von Geistern heimgesucht, die den beiden Streiche spielen und ihnen nichts gutes Wollen. So packt Micah die Gelegenheit am Schopf, kauft sich eine Kamera und stellt sie nachts auf, um am nächsten Tag zu schauen, was sich in der Nacht ereignet hat.

Und so sehen wir dem Paar  eigentlich nur dabei zu, wie sie sich die Nächte um die Ohren schlagen, am nächsten Tag kommunizieren und sich Sorgen machen, wie es weiter gehen soll. Ich gebe zu: Sich "Paranormal Activity" anzuschauen ist anstrengend. Das schlechte Bild, es passiert nicht wirklich viel, die (durchaus guten) Dialoge fangen an, einem auf den Sack zu gehen - aber spätestens wenn Katie im Zeitraffer stundenlang nachts vor dem Bett steht und in einer einzigen Pose stundenlang Micah beim Schlafen zusieht, fängt es an interessant zu werden.

Es gibt wenige Höhepunkte, und diese sind auch nur zu genießen, wenn man sich eben auf den "billig abgedrehten" Film einlässt. Man muss sich vor dem Anschauen vor Augen halten, dass der Film mit einem Budget gedreht worden ist, mit dem wir unsere tägliche McDonalds-Rechnung bezahlen.

Doch diese wenigen Höhepunkte und gerade der Schluss (alle drei Enden rocken mehr oder weniger, ich bevorzuge immer noch das Kinoende), machen den Film dann sehenswert. Natürlich war viel Langeweile angesagt, aber je länger "Paranormal Activity" zurückliegt, desto mehr mache ich mir Gedanken, über die Geschichte.

Ich denke, der Film wird polarisieren. Leute, die nur Hochglanz bevorzugen sollten evtl. komplett die Finger von dem Film lassen, alle anderen können mal einen Blick riskieren. Es ist schon faszinierend, wie ein derart verwackeltes Bild für soviel Grusel verbreiten kann.

8/10 (für die Langzeitwirkung)

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