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Der Sudetendeutsche Oskar Schindler zieht nach Krakau, um in den Wirren des Zweiten Weltkriegs sein Glück zu machen. Er gründet eine Emaillefabrik, in der er aus Kostengründen nur Juden beschäftigt. Doch die sich überschlagenden Ereignisse, gepaart mit seiner Aversion gegen die Brutalität der Nazis, wecken in dem lebenslustigen Frauenhelden ungeahnten Idealismus. Als "seine" Juden nach Auschwitz deportiert werden sollen, setzt Schindler Leben und Privatvermögen aufs Spiel, um sie vor dem sicheren Tod zu retten.

Mit Schindlers Liste greift Steven Spielberg ein sicherlich nicht einfaches Thema auf, was logischerweise speziell in Deutschland interessant ist und das zurecht mit sieben Oscars zugeschüttet wurde. Konsequenterweise sind die drei Stunden Laufzeit, bis auf wenige Farbkleckser, in schwarz/weiß gehalten, quasi als Trauerflor der Geschichte.
Im Zentrum stehen dabei natürlich Oskar Schindler und dessen Wandel vom Saulus zum Paulus und dessen jüdischer Geschäftsführer Itzhak Stern, die von Neeson bzw. Kingsley toll präsentiert werden. Anfangs ist Schindler noch der reine Ökonom, der sich sogar noch von den Juden Geld für die neue Fabrik geben läßt und die Arbeiter auch nur deswegen einstellt, weil sie eben günstiger sind als die polnischen Kräfte.
Spielberg läßt dabei die Macht der Bilder sprechen. Viele Szenen wirken richtiggehend verstörend, wenn beispielsweise die Juden in Ghettos zusammengetrieben werden und dieses später blutig geräumt wird. Aber auch die Einstellungen als der Lagerkommandant gemütlich vom Balkon aus wahllos Gefangene erschießt, die nicht bei der Arbeit sind bleiben ebenso im Gedächtnis, wie die Gaskammern, wo man nie sicher war, ob von oben nun tödliches Gas oder einfach Wasser zum Waschen heraus kommt.
Hier gehen drei Stunden wirklich schnell vorbei, wirkliche Längen gibt es dabei nur wenige. Der Film ist sicherlich nicht für eine bierselige Runde mit den Kumpels geeignet, sondern eher als nachträglicher Geschichtsunterricht in Bildform.
8/10

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