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Wim Wenders, ein Name der manchen vielleicht eher abschreckt. Sperriger Arthouse-Regisseur, langweiliger Autorenfilmer, der mit den vielen Dokumentationen, angestaubter Filmförderungsempfänger. Aber Wim Wender war in den 80ern, nach seiner interessanten deutschen Roadmovie Trilogie und seiner Berührung mit dem New Hollywood, ein Kino-Künstler auf Welt-Niveau. "Paris, Texas" ist in dieser Phase meines Erachtens die Speerspitze und jedem zu empfehlen, die große Leinwand liebt. Seinerzeit war ein großes Werk auch noch mit einem vergleichsweise Mini-Budget möglich, einfach durch Fokus auf die wesentlichen Essenzen der Bild- und Ton-Kunst, bzw. den richtigen Leuten an den entscheidenden Hebeln. Eine atemberaubende Kamera, ein toller Soundtrack und wunderbare Schauspieler. Ein Drehstart ohne aufgeblähten Etat mit entsprechend überhöhten Erwartungen, ohne übersättigten Diven vor der Linse, ohne fertiges Drehbuch, dafür ein gewisses Gefühl und der nicht künstlich formbare besondere Geist am Set. Da muss erst ein Deutscher kommen, um die Schönheit des amerikanischen Westens wieder mystifizierend auf die Leinwand zu bringen. Aber wir Europäer sehen das vielleicht auch gerade mit noch leuchtenden Augen, statt dem verklärten einheimischen Blick.
Es gibt allerdings auch eine Euphorie-Bremse, und zwar hinsichtlich der Handlung. Aus Eltern-Sicht gefragt, was sind das für zwei furchtbare Kindzeuger, vor allem natürlich die männliche Hauptfigur. Hier wird das mit jeder Sekunde genaueren Sinnierens ärgerlicher. So blieb ich bei den Bildern, und ziemlich verzaubert.

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