Manchmal heulen die Wölfe lauter, als es notwendig gewesen wäre und so wie besagte Genrewölfe an dem Remake von „Shutter“ bzw. dessen angeblicher Leiche herumgenagt haben, war man geneigt, den Film vorzuverurteilen. Überall steht zu lesen, wie schlecht der Film doch sein soll, aber letztendlich schießen sich die Herren Filmkritiker in einschlägigen Zeitschriften dann doch meistens auf das Presseecho ein.
Schlußendlich ist „Shutter“ kein Meisterwerk geworden, aber ein halbwegs brauchbarer Gruselfilm ist er doch.
Er leidet im Wesentlichen nur an zwei Makeln: ein inzwischen abgenutztes Gruselattribut und fehlbesetzten Darstellern.
Haken Nr.1 ist, mal wieder, die asiatische Hauptzutat, das Glutamat aller Asiahorror-Remakes: das langhaarige Geistermädchen, das auch hier wieder recht aktiv zugegen ist. Immerhin kraucht sie nicht abgehackt und die Frisur nach vor gekämmt über das frische Parkett, sondern steht meistens im Hintergrund und droht mit Blicken Übles an.
Trotzdem: auch wenn das ein abgenutzter Effekt ist, es ist zumindest brauchbar integriert in diese Geschichte um Geisterfotografie, die dann in ein Schuld-und-Sühne-Drama der Beteiligten mündet, wie es sich nach der Hälfte dann schon ankündigt. Zwiebelähnlich werden nach und nach alle Details einer schrecklichen Geschichte offengelegt und bei gerade mal 85 Minuten Lauflänge kann das alles doch unterhalten, schließlich ist praktisch immer irgendwas los – und die morbiden Aufnahmen, auf die sich das Geistermägdelein stiehlt, haben auch so ihren Reiz.
Natürlich kennt man vieles schon, die Schuldstory deutet sich lange an; die Idee von den Amis, die auf fremdem Boden (Tokio) herumrennen und kulturelles Sondergut lernen müssen ist bekannt und wieder muß ein großes Apartment mit seltsamen Erscheinungen herhalten. Solange das ordentlich angeordnet wird, will man aber nicht meckern.
Probleme Nr.2 sind die Darsteller: für beide Rollen des Ehepaares hätte man sich einfach ein paar reifere und erfahrenere Typen gewünscht. Rachael Taylor ist zwar an Naomi Watts angelehnt und müht sich redlich, aber überzeugendes Spiel sieht anders aus. Noch schlimmer die Dauerfehlbesetzung Joshua Jackson, der leider den „Dawsons Creek“-Fluch nie abgelegt hat und als Modefotograf sowas von daneben ist.
Das ergibt einen netten Feierabendhorror mit ein paar brauchbaren Schock- und Schreckeffekten, der nett, aber nicht nachhaltig unterhalten kann. Bodensatz sieht aber anders aus. (5/10)