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Der New Yorker Fotograf Ben und seine Frau Jane verbringen ihre Flitterwochen in Japan, da Ben dort ein profitables Foto-Shooting angenommen hat. Eines Abends auf dem Rückweg aus den Bergen überfährt Jane scheinbar eine junge Frau, die aus dem Nichts auftaucht. Nachdem beide sich vom Aufprall erholt haben, begeben sie sich auf die Suche nach der verunglückten Frau. Doch von ihr fehlt jede Spur. Der Vorfall lässt Jane nicht mehr zur Ruhe kommen und Panik breitet sich aus. Ben hingegen findet schenll in den Alltag zurück. Als Jane auf den eigenen Fotos das geisterhafte Bild der jungen Frau aus den Bergen erkennt, stellt sie Nachforschungen an. Zu spät begreift Jane, dass sie einer mysteriösen Vergangenheit auf der Spur ist, die besser ein Geheimnis bleiben sollte.


Das auch der thailändische Gruselfilm "Shutter" von den Amerikanern ein Remake spendiert bekommen hat, dürfte eigentlich nicht wirklich überraschen, denn in den letzten Jahren wird ja eigentlich jeder asiatische Gruselfilm innerhalb kürzester Zeit mit einem US-Remake versehen. Und ob diese teilweise 1:1 Kopien wirjlich sein müssen, das muss jeder selbst entscheiden. Die hier vorliegende US-Version hat mich persönlich jedenfalls vollkommen überzeugt und doch sehr positiv überrascht. Im Normalfall bevorzuge ich auch meist die asiatischen Original, doch in diesem Fall nehmen sich meiner Meinung nach beide Versionen nicht wirklich etwas.

Storymässig bekommt man natürlich keine neuen Impulse geboten, was auch nicht besonders verwunderlich erscheint, was mich aber sehr erstaunt hat, ist die Tatsache, das hier im Bezug auf das Original gerade in atmosphärischer Hinsicht keine Unterschiede bestehen. Es ist hier wirklich ausgezeichnet gelungen, eine erstklassige Atmosphäre zu schaffen, die sehr dicht und unheilvoll daherkommt. Der Gruseleffekt, der schon das Original so ausgezeichnet hat, ist nach meinem Empfinden auch hier in gleichem Maße vorhanden und beschert dem Zuschauer so manche aufkommende Gänsehaut.

Der Film verfügt weiterhin über einen sehr konstanten Spannungsbogen, der auch jederzeit vorhanden ist und auch keine Einbrüche zu verzeichnen hat. Viele Leute sind hier sicherlich anderer Meinung und sehen auch in diesem Film nur ein weiteres unnötiges Remake, aber das wird diesem guten Grusler wirklich nicht geracht.

Besonders gut haben mir die beiden Hauptdarsteller Joshua Jackson (Ben) und Rachael Tayler (Jane) gefallen, die wirklich überzeugende Kostproben ihrer Schauspielkunst abgeben. Ihr Spiel ist sehr ausdrucksstark und wirkt autenthisch, so das der Zuschauer sich auch gut mit den beiden Charakteren auseinandersetzen kann. Vor allem Jane sammelt hierbei doch einige Sympathiepunkte, wohingegen Ben im Laufe der Zeit doch viel an Kredit verliert, nachdem man weiss, an welcher Sache auch er beteiligt war. So hält sich dann am Ende des Films das Mitleid für ihn sehr in Grenzen.

"Shutter - Sie sehen dich" ist in meinen Augen ein sehr gelungenes Remake und versteht es, den Betrachter ganzzeitig sehr spannend und kurzweilig zu unterhalten. Bei allen Cover-Versionen, die es mittlerweile von diversen Asiafilmen gibt, zählt dieses hier ganz eindeutig zu den besseren und ist auf jeden Fall absolut sehenswert.



7,5/10

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