Melli ist ein junges und mausgraues Mädchen, dass aus dem Kloster auf eine neue Schule kommt. Eine dortige Gangleaderin will nicht akzeptieren, dass sie nicht mehr die einzige Jungfrau auf der Schule ist und hetzt ihr Roque, den wohl begehrtesten Jungen der Schule auf den Hals, damit dieser mit ihr schläft. Doch leider tauschen die beiden eines Nachts aus heiterem Himmel ihre Körper und müssen versuchen, dass Leben des anderen zu managen.
Die "Prosieben Funny-Movie Reihe" geht also in die nächste Runde und nach dem überaus schwachen "Dörtes Dancing" und dem absolut unterirdischen "Halloween Horror Hostel" hätte ich ehrlich gesagt wesentlich weniger erwartet und hatte mich eigentlich schon im Vorfeld darauf eingestellt, dem Film einen einzigen Punkt geben zu müssen. Doch dieser Film schlägt die beiden anderen "Funny Movies" bei Weitem (Wobei die Latte zugegebenermaßen nicht sonderlich hoch lag) und landet sogar im einigermaßen soliden Mittelmaß.
Die Story ist aber einmal mehr substanzlos und dämlich. Erneut ist die Handlung nur ein Zusammenschnitt diverser Teenie-Filme, wobei mir vor allem Anspielungen auf "American Pie", "Eine wie keine", "Eiskalte Engel" und natürlich "Freaky Friday" aufgefallen sind. Natürlich muss die Teenie-Parodie mit den typischen Klischees des Genres arbeiten, um dieses auf die Schippe nehmen zu können. Daraus resultiert natürlich eine sehr stereotype Handlung nach den gängigen Mustern des Genres, aber all dies ist bei einer Parodie auch notwendig. Das Problem liegt wo anders begraben: Das amerikanische Teenie-Genre ist in den letzten Jahren zunehmend abgekippt und produzierte nur noch billige und eintönige Filme nach gängigen Mustern und zeichnete sich durch Fäkalhumor und eine hohe Naivität aus. Und genau hier hätte man das Genre treffen können. Mit ausgeklügelter Ironie hätte Prosieben dem ganzen Genre eins auswischen können, doch statt die Schwächen des Teenie-Films offen zu zeigen und in diesen Wunden zu bohren, beschränkt der Film sich leider darauf, die typischen Elemente zu übernehmen und selbst einen solchen Streifen zu basteln. Durch hohe Übertreibungen der Naivität und des Fäkalhumors kann "Eine wie keiner" sicherlich ein paar kleinere Seitenhiebe landen und damit seinem Zweck als Parodie im Ansatz gerecht werden, landet aber kaum Schläge unter der Gürtellinie. Die Story ist somit schwach und substanzlos und hätte wohl mal wieder einen, höchstens zwei Punkte gerechtfertigt. Immerhin muss man aber noch anmerken, dass es diesmal wirklich ein paar lustige Einfälle gibt und das Prosieben dieses mal auch die eigenen Formate auf die Schippe nimmt.
Regisseur Marco Petry leistet gute Arbeit und zieht mehr oder weniger alleine den Karren aus dem Dreck, indem er aus der substanzlosen Story doch noch einen akzeptablen Film macht. Erst einmal leistet er bei der Filmmusik hervorragende Arbeit. Natürlich hatte Prosieben bei dem geringen Budget nicht das Geld eigene Stücke zu komponieren, aber er bedient sich hervorragend bei diversen Hits verschiedener Interpreten und kann zu jeder Stimmungslage die richtigen Töne finden. Ich habe selten deutsche Produktionen mit einer solch hervorragenden Musik gesehen. Das Erzähltempo hält er sehr hoch, sodass der Film, anders als seine beiden Vorgänger, zu keinem Zeitpunkt auf der Stelle tritt. Der Humor besteht zwar größtenteils aus Slapstick, der aber teilweise wirklich lustig ist und bei weitem nicht so niveaulos wie der der ersten beiden Teile wird. Auch die Dosierung der Gags ist gut. Er setzt darüber hinaus seine beiden Hauptdarsteller perfekt in Szene. Das einzige Ärgernis bleibt, dass der Film stellenweise in den typischen Fäkal-Humor abrutscht, wobei sich dieser wenigstens nicht wie ein roter Faden durch den ganzen Film zieht.
Jeder, der auch nur einen Ansatz an Erwartungen in den Film steckt, wird vermutlich enttäuscht werden, da "Eine wie keiner" lediglich ein paar Teenie-Filme nachdreht und verknüpft, statt zum Rundumschlag auf das gesamte Genre auszuholen. Dennoch ist der Film, obwohl der Sarkasmus auf der Strecke bleibt, ziemlich unterhaltsam. "Eine wie keiner" kann durch die hervorragende Umsetzung von Regisseur Marco Petry von der ersten bis zu letzten Minute solide unterhalten und ist damit für langweilige Stunden relativ empfehlenswert. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern kann man sich diesen Film als halbwegs gesunder Mensch zu Gemühte führen, ohne es anschließend zu bereuen. Selbstverständlich setzt dies voraus, dass man geistig auf Durchzug schalten kann.
Im Gegensatz zu "Dörtes Dancing" und "H3" kann dieser Film sogar durch solide Darsteller glänzen. Josefine Preuß leistet als Hauptdarstellerin gute Arbeit und wirkt als mausgraue Jungfer überaus überzeugend. Ab dem "Körpertausch" muss sie natürlich ganz anders spielen und soll einen Jungen im Körper eines Mädchens spielen. Auch diese Aufgabe löst sie gut, genauso wie ihr Kollege Manuel Cortez, der anfangs einen eingebildeten Macho und im Mittelteil ein Mädchen im Körper eines Jungen spielen muss. Die übrigen Nebendarsteller, die größtenteils die typischen klischeehaften Teenie-Charaktere spielen müssen, leisten ebenfalls gute Arbeit. Vor allem das glänzende und gut gelaunte Hauptdarsteller-Duo rettet den Film zusammen mit dem starken Regisseur ins Mittelmaß.
Fazit:
Statt dem gewünschten Rundumschlag auf das verstaubte Teenie-Genre liefert leider auch "Eine wie keiner" nichts als einen belanglosen Zusammenschnitt aus diversen Teenie-Filmen. Aufgrund der guten Arbeit des Hauptdarsteller-Duos und des hervorragenden Regisseurs, kann der Film aber dennoch solide unterhalten und landet im soliden Mittelmaß. Als kurzweilige bis amüsante Unterhaltung für zwischendurch kann man den Streifen durchaus weiterempfehlen.