Review

Die drei Freunde Piak, Pao und Samor wachsen zusammen in einem kleinen, direkt am Strand gelegenen Dorf in Thailand auf. Sie alle trainieren die fast ausgestorbene und geheime Kampfsportart Muay Thai Chaiya. Sie alle haben einen gemeinsamen Traum: Einmal der beste Kämpfer im Ring zu sein. Um ihren Traum zu verwirklichen, reisen sie nach Bangkok. Während sich der rebellische Piak mit der Unterwelt einlässt und immer mehr zum Schatten seiner selbst wird, schafft Pao den Aufstieg als gefeierter Muay Thai Kämpfer. Doch schon bald stehen sich die Freunde als Feinde gegenüber...


Martial Arts-Filme, die nicht nur erstklassige Action und Kampfszenen bieten, sondern auch inhaltlich überzeugen können, sind eigentlich eher seltener Natur, doch dieser Film von Kongkiat Khomsiri bietet da meiner Meinung nach eine sehr willkommene Ausnahme. Denn hier ist es sehr gut gelungen, eine gelungene Mixtur zu finden, in der jede Menge excellenter und teils äusserst harter Action mit einer Story kombiniert wurde, die auch inhaltlich etwas zu bieten hat. Im Focus der Geschichte stehen die drei Freunde Piak, Pao und Samor, die von Kindheit an praktisch unzertrennlich sind und deren weiterer Lebensweg sich kaum unterschiedlicher entwickeln konnte. Denn nachdem die Freunde in Bangkok als Thai-Boxer berühmt werden wollen, muss vor allem der sehr talentierte Piak ziemlich schnell feststellen, das es in der schillernden Boxwelt längst nicht nur um die reine Kampfkunst geht. Ziemlich schnell kommt er mit der Wett-Mafia in Berührung und sein aufgehender Stern ist schon wieder untergegangen, bevor die Karriere so richtig begonnen hat.

Während Piak und Samor sich nun mit der Unterwelt einlassen und auch vor Morden nicht zurückschrecken, geht der junge Pao konsequent seinen Weg und wird in kürzester Zeit zu einem der besten Boxer überhaupt. Doch auch er muss feststellen, das es nicht gerade einfach ist, nicht mit der Manipulation von Boxkämpfen in Berührung zu kommen. So kommt es fast zwangsläufig dazu, das sich die Freunde irgendwann als erbitterte Gegner gegenüberstehen.

Die hier erzählte Geschichte wird von der ersten Minute an sehr flüssig und interessant erzählt und auch, wenn die gezeigten Kampfszenen sicherlich das absolute Highlight des Films sind, so wird doch die ganze Zeit darauf geachtet, das vor allem die tiefe Verbundenheit der drei Hauptcharaktere nie in den Hintergrund gerät und so immer gegenwärtig ist. Denn im Endeffekt geht es hauptsächlich um die Begriffe Freundschaft, Loyalität und Liebe, die in der Kombination mit den Kampfszenen einen äusserst guten Film ergeben, der sogar inhaltlich etwas in die Tiefe geht und so einen wahrhaft guten Gesamteindruck hinterlässt. Wie in vielen asiatischen Produktionen ist auch hier eine tragische Note enthalten, die vor allem zum Ende hin voll zum tragen kommt, aber keinesfalls übertrieben oder gar deplaciert wirkt. Eher das Gegenteil ist der Fall, denn das gewählte Ende ist logisch und absolut passend, jeder andere Schluß der Geschichte hätte viel eher befremdlich gewirkt.

Nun wirft man den asiatischen Darstellern sehr oft mangelnde Mimik und Ausdrucksschwäche vor, wovon hier aber absolut nichts zu merken ist. Gerade in den teils stark emotionalen Phasen des Films bekommt man hervorragendes Schauspiel geboten, die dargebotenen Leistungen wirken absolut glaubhaft und authentisch. Es passt einfach alles perfekt zusammen und ergibt so im Endeffekt einen wirklich gelungenen Kampfsportfilm, der aber auch genügend Platz für Emotionen lässt, die zu keiner Zeit übertrieben oder gar kitschig erscheinen. Man kann als ohne Übertreibung behaupten, das bei "Muay Thai Chaiya" nicht nur Freunde der asiatischen Kampfkunst auf ihre Kosten kommen, sondern jeder, der einen actionreichen Film mit einer tollen und emotionalen Story zu schätzen weiss.


Fazit:


"Muay Thai Chaiya" ist mehr als ein stinknormaler Martial Arts-Film, denn hier wird ein qualitativ hochwertiges Gesamtpaket geboten, das nicht nur durch seine harten Kampfszenen zu überzeugen weiss. Emotion, Tragik und Dramatik sind hier wohldosiert eingefügt worden, ohne das ein Element zu sehr in den Vordergrund rückt. Ein Film, den man bedenkenlos weiterempfehlen kann, denn das hier gebotene Filmerlebnis ist äusserst beeindruckend und hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck beim Zuschauer.


8/10

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