Review

„Attack on Devil's Island“ präsentiert sich als zwar unterdurchschnittlicher, aber nicht komplett misslungener B-Actionfilm.
Doch das Ganze fängt erst mal megapeinlich an: Söldnerchef Mike McBride (Hulk Hogan) trainiert am Strand mit Wurfsternen und Messern, wobei er rumhüpft wie ein Vogel beim Paarungstanz. Gleichzeitig auf einer putzigen Insel im Nirgendwo „überredet“ Hunter Wiley (Shannon Tweed) den Drogenboss Gallindo (Billy Drago) mit vollem Körpereinsatz zu besseren Bedingungen bei einem Deal, was noch lächerlicher wirkt (und den Beweis liefert, worauf der Casting Direktor bei der Besetzung der weiblichen Hauptrolle wert legte). Zu genau dieser Insel sind auch Mike und seine Truppe, die Shadow Warriors, unterwegs, um eben jenen Drogenboss zu verhaften.
Nach dem üblichen Vorgeplänkel im Flugzeug (böse Omen, kleine Streitigkeiten usw.) springt die ganze Truppe per Fallschirm ab, wobei man das Material des Sprunges aus „Navy Seals“ recycelt hat. Auf der Insel erweist sich Fraker (Trevor Goddard), der Neue im Team, als Verräter und die Shadow Warriors ballern sich mit knapper Not und zwei Verlusten aus dem Tumult, wobei ihnen Hunter, in Wahrheit eine verdeckte Ermittlerin, hilft. Immerhin die Ballerei ist ganz nett anzusehen, wenn auch komplett unrealistisch.

Die Shadow Warriors können bei ihrer Flucht immerhin noch Gallindo gefangen nehmen und sich nach Hause retten. Dort angekommen liefern sie den Gangsterboss ab, doch für Mike ist die Sache noch nicht zu Ende: Er schwört Rache. Aber auch Fraker hat Pläne, denn er muss Gallindo befreien, um an seinen Lohn zu kommen...
Ein billiges B-Actionkonstrukt, dass zwar immerhin nicht allzu billig daherkommt, aber leider vom Drehbuch komplett für die Tonne ist. Bekannte Elemente werden recht lustlos aneinandergereiht und Spannung kommt nicht wirklich auf. Die Minimalstory wurde mit Mühe auf rund 90 Minuten Laufzeit gestreckt und plätschert so vor sich hin, auch wenn sie nur belanglos, aber immerhin nicht langweilig ist. Zwischendurch wird immer tief in die Klischeekiste gegriffen, egal ob es Söldner, Drogenbosse, Agenten oder sonst wen angeht, so dass auch jegliche Glaubwürdigkeit verloren geht (von den Logiklücken gar nicht erst zu reden).
Noch gröbere Schnitzler leistet sich jedoch die Charakterwahl, die nur Klischeetypen aufgreift. Mike ist der esoterisch angehauchte Söldner, der nur tötet, wenn er muss, und an alten Kriegertraditionen irgendwelcher Urvölker festhält. Hunter ist die verdeckte Ermittlerin, die für ihr Ziel ihren Körper weniger verdeckt als ihren Auftrag, was schon mal himmelschreiend blöde ist. Dazu kommt noch der Fleischklops mit der Gattling-Gun, hier Roy Brown (Carl Weathers). Als gealterter schwarzer Darsteller hat er ähnlich wie Roger Murtaugh nur noch wenige Tage bis zur Pensionierung und will danach etwas ruhiges machen (juhu, Klischees en masse!).

Die Actionszenen bieten in erster Linie Geballer, sind aber nicht wirklich zahlreich. Der missglückte Einsatz auf der Insel, ein Angriff auf die drei Hauptfiguren und der Showdown; das war es auch schon. Die Ballereien sind immerhin recht kurzweilig, wenn auch komplett unrealistisch (ein Abgleich der Verluste auf guter wie böser Seite zeigt das sehr treffend). Gekloppt wird zwischendurch auch mal, was allerdings bei dem steifen Hogan schwach aussieht. Lediglich der Fight gegen Billy Blanks hat etwas, da Blanks mal wieder sehr gut kämpft, dieses aber leider nicht wirklich lange zeigen kann.
Hulk Hogan, Martin Kove und ein ungewohnt schwacher Billy Drago strengen sich alle an, um als schlechtester Darsteller aus dem Film hervorzugehen, doch Talentwüste Shannon Tweed unterbietet sie alle (Silikon ist halt nicht alles und ich finde sie noch nicht mal hübsch). Lediglich Carl Weathers als richtiger Schauspieler ist etwas besser. Billy Blanks ist verschwendet und agiert auch nur durchschnittlich, wie eigentlich alle Nebendarsteller.

Etwas unterhaltsames Geballer und eine gute Kampfszene mit Billy Blanks sorgen dafür, dass „Attack on Devil's Island“ nicht komplett misslungen ist. Aufgrund des miesen Drehbuchs aber dennoch unterdurchschnittlich.

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