Regisseur Martin DiBergi begleitete 1982 die Rockgruppe Spinal Tap auf deren Tour durch die USA, filmte den Alltag und manches Interview mit der Band. Dass dabei nur wenig wie geplant lief, ist dabei noch nicht mal der Knackpunkt. Denn „This ist Spinal Tap“ ist gar kein echtes Bandportrait, sondern eine Mockumentary.
Weder die Band, noch die Tour, noch den Regisseur gibt es so. Rob Reiner, seines Zeichens Regisseur (wirklich) dieses Films, spielt DiBergi, die Band besteht aus den Darstellern Christopher Guest als Gitarrist Nigel Tufnel, Michael McKean als Sänger / Gitarrist David St. Hubbins und Harry Shearer als Bassist Derek Smalls. Neben diesem zentralen Trio sieht man noch David Kaff als Keyboarder Viv Savage und Ric Parnell als Drummer Mick Shrimpton.
Mit der letzteren Position beginnen schon die Einfälle, die hier aufgefahren werden. So zieht es sich als Running Gag durch den Film, dass der Band unter auch mysteriösen Umständen die Drummer weggestorben sind. Hinzu kommen die Querelen mit dem Management, der Einmischung durch die Freundin eines Bandmitglieds, Zwistigkeiten in der Gruppe, Zurschaustellung von Männlichkeit, strunzdumme Texte – diverse Rockklischees werden durch den Kakao gezogen, wobei nicht alles weit weg von der Realität verortet werden mag. Und ist auch nicht jede Episode gleichartig gelungen, so gibt es genug Highlights, Stichworte „11“, „Stonehenge“ oder „Cleveland“.
Dass es nicht immer ein vorgefertigtes Skript gab und somit immer wieder improvisiert wurde, unterstreicht die Atmosphäre. Zu jeder Zeit könnte es eine echte Doku sein, der Film genießt nicht nur in der Branche einen gewissen Kultstatus.
Geht nicht bis 11, rockt aber trotzdem. „This is Spinal Tap“ ist gerade für Musikmachende (aber auch für den Rest) eine spaßige Angelegenheit. Hinter den Kulissen des Rockbusinesses wartet wie auch auf der Bühne manche Bescheuertheit, manche satirische Spitze und manche Wahrheit.