Review

Will Ferell mutiert in letzter Zeit zu einem Sport-Parodisten. Erst sein Nascar Film Ricky Bobby, dann der extravagante Eisprinzen und nun Semi-Pro. Man mag sagen was man will, aber nicht alle Filme im Komödien Genre sind in den heutigen Zeiten nur noch auf Fäkalwitze und Perversitäten aufgebaut. So bemüht sich Semi-Pro hauptsächlich mit Seitenhieben auf das Basketball Ensemble und gewinnt damit wenigstens meine Stimme für sich. Die Flynt Michigan Tropics spielen in der Amateur-Basketball Liga in den 60er Jahren und sind die Mannschaft des ehemaligen Pop-Sängers Jackie Moon. Dieser ist aber schon seit längerer Zeit nicht mehr auf dem Höhepunkt seiner Karriere und so zerfällt langsam aber sicher auch sein Team. Doch als Jackie den ehemaligen NBA Spieler Monix verpflichtet geht es mit seiner Mannschaft nach hartem Training wieder bergauf.

Will Ferell ist seit Frank the Tank aus Old School in meinem Gehirn gebrandmarkt als der Blödel, der alles in seinen Filmen tut um irgendwie blöd aus der Wäsche zu schauen (was ja nicht umbedingt was schlechtes heißen muss). Aber vorallem in Semi-Pro kommt ihm dieser Faktor zu Gute, denn als Promoter seiner Mannschaft muss er immer wieder tief in die Trickkiste greifen und sich ausgefallenen Mutproben stellen. Wahrer Held in diesem Film ist für mich aber Woody Harrelson als Monix, der mir damals schon in Weiße Jungs bringens nicht sehr gut gefallen hat. Es kommt einem wie eine kleine Selbstpersiflage vor und hat zumindest mich immer wieder schmunzeln lassen.

Da ich mich selbst zu den kleineren Basketballliebhabern zähle, lag es mir natürlich daran, dass möglichst viel von der Sportart im Film verblödelt wird, das aber dann bitte gut. Semi-Pro schafft dies fast an jeder Stelle im Film. Allein die Zusammenstellung des Teams trifft genau den Kern einer Basketball Mannschaft. Ob es der 2,10m Center aus dem Osten ist, oder der egoistische Spielmacher, alles wird in Semi-Pro ordentlich auf die Schippe genommen. Zwar sind auch hier und da diverse Untergürtellinienwitze anzufinden aber diese bleiben zum Glück Off-Screen und werden nur angedeutet. Fremdekeln ist als in dem Film fast nicht möglich und daher punktet Semi-Pro ungemein im vergleich zu diversen IRGENDWAS MOVIE Produktionen.

Wer Parodien mag, sich mit Basketball beschäftigen möchte und einen kleinen Schuss Blödelei mag, der wird von Semi-Pro über die eineinhalb Stunden amüsiert werden. Der Weg, den Will Ferell einschlägt ist sicherlich der Richtige um sich von diversen Persiflage Filmen der letzten Zeit abzugrenzen. Mir hat dieser "frische" Wind sehr gut gefallen und da ich Basketball sowieso mag, ist der Film gut angekommen. Mankos wie eine zu standartisierte Story oder immer noch einzelne Fäkalwitze sind leider auch in Semi-Pro zu finden, halten sich aber glücklicherweise in Grenzen. Alles in allem gibts aber sehr gute

7 von 10 Tropi-Fruttis

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