Es hätte die gelungene russische Antwort auf "My Bloody Valentine" werden können, doch obgleich Regisseur Igor Shavlak auf handgemachte Gewalteinlagen setzt, kommt innerhalb der kurzen Laufzeit von 76 Minuten erst während des letzten Drittels ein wenig Spannung auf.
Mitten in Moskau führen drei Gangster um Grom einen scheinbar perfekt ausgeklügelten Bankraub durch. Doch bei dem Überfall werden zwei Wachmänner erschossen und drei Geiseln genommen. Während der Flucht geht es in ein verlassenes Tunnelsystem, wo die Bankräuber einen Mittelsmann treffen wollen. Stattdessen stößt die Gruppe auf einen mutierten Killer, der mit seiner Spitzhacke bewaffnet vornehmlich Augäpfel sammelt...
Der Einstieg mit Kindergesang und morbiden Zeichnungen macht durchaus Stimmung, zwei, drei ungewöhnliche Kameraperspektiven vor dem Bankraub lassen auf eine durchdachte Optik hoffen, doch mit dem Überfall selbst geht es bereits bergab, da dieser viel zu hektisch in Szene gesetzt ist. Gleichermaßen machen sich die ausbleibenden Figurenzeichnungen negativ bemerkbar, da weder die Geiseln, noch die Kriminellen in irgendeiner Form sympathisch daherkommen.
Im Stollen angekommen ereignet sich lange Zeit gar nichts, außer den üblichen Streitigkeiten unter den Gangstern, was aufgrund der stümperhaften Synchro einen deutlichen Nervfaktor mit sich bringt, zumal die Mimen allesamt wenig überzeugend performen.
Die Kulisse fördert zwar den einen oder anderen klaustrophobischen Moment zutage, doch bis der Killer endlich zur Tat schreitet, vergeht deutlich zuviel Zeit.
Mit diversen Ableben kommen immerhin kleinere Splattereinlagen ins Spiel. Es gibt blutige Einschüsse, Fleischwunden per Spitzhacke, heraus getrennte Augäpfel und eine geöffnete Kehle. Nichts davon erscheint sonderlich drastisch, doch die Effekte sind handwerklich solide in Szene gesetzt.
Während der finalen Minuten kommt letztlich ein wenig Spannung auf und das Tempo wird merklich angezogen, - nur leider eben viel zu spät. Die eine oder andere Hatz durch Tunnelgänge oder über Geländer hätte man sich wesentlich früher gewünscht, da bringt auch der Einsatz einiger Pyro-Effekte nicht mehr allzu viel. Ein minimaler Twist rechtfertigt im Anschluss zwar unnötig erscheinende Rückblenden, doch auch das reißt das Ruder nicht mehr herum.
Im Endeffekt kommt der Slasher reichlich uninspiriert daher, der Killer mit Gasmaske wirkt nur bedingt bedrohlich, während spannende Einlagen viel zu lange auf sich warten lassen.
Taugliche Ansätze sind vorhanden, halbwegs unterhaltsam fällt der Streifen jedoch nur während der letzten zwanzig Minuten aus und bietet sich folgerichtig nicht als Empfehlung für Genrefans an.
Knapp
4 von 10