Das Schöne am achten Star-Trek-Film ist seine gelungene Ausgewogenheit. Selten war ein ST-Film so düster und actionbetont, so brutal und grauenhaft, doch gleichzeitig entstanden eine Menge charmanter und witziger Szenen rund um ein vergangenes Ereignis von historischer Bedeutung.
Wenn ein Erfolg her mußte, dann waren die Borg als Gegner wohl eine logische Wahl, waren sie doch schon die Lieblingsfeinde aus der Serie. Hier setzen sie sich nach der Zerstörung eines großen Würfels in die Vergangenheit ab, um den Planeten Erde zu assimilieren, bevor er ins Überlichtflugzeitalter eintritt. Die Enterprise muß folgen und so gerät just an den Termin als Zephrem Cochrane der erste derartige Flug gelang.
Besonders gelungen ist hier die Zweiteilung der Handlungsstränge, die einerseits den Kampf gegen die Borg an Bord der Enterprise beschreibt, in welcher Picard einerseits mit den psychischen Nachwirkungen seiner ehemaligen Assimilierung kämpft und andererseits mit einer Besucherin sich durch das Schiff schlägt und andererseits das Awayteam dabei zeigt, wie sie den widerstrebenden und saufenden Cochrane von der Wichtigkeit seiner Mission überzeugen müssen, was natürlich Lacher hervorbringt.
Auf diese Art bekommen Riker, Troi und Geordi auf der Erde genug zu tun (mit einer hinreißenden Marina Sirtis, die unter dem Einfluß echten Alkohols in den Vollrausch verfällt), während an Bord Picard, Data und Worf kämpfen. Nur Dr.Crusher muß sich ihre kargen Szenen auch noch mit dem Voyager-Holo-Doc teilen, der als Joke in die Szene eingebracht wird.
Das Ende läßt uns dann am ersten menschlichen Überlichtflug teilhaben, was zur Kontaktaufnahme mit den Vulkaniern führt, die in einer schönen Schlußszene vor staunenden Erdlingen stehen.
War man sonst immer recht kinderkompatibel, was die Bilder anging, so schlägt dieser Film in eine tiefere Kerbe. Die Übernahme der Crew durch die Borg ist in einige wirklich horrormäßige Bilder gefaßt worden, die "First Contact" zu einem reinen Erwachsenenfilm machen. Andererseits führt das zu einer gewissen Ernsthaftigkeit, die das Ergebnis geschlossener wirken läßt, als in manchen anderen Oeuvres dieser Reihe.
Abgesehen von den üblichen Logiklöchern (die aber auch mal eine Nummer kleiner ausfallen), bietet Nr.8 durchgehend hervorragende und spannende Unterhaltung, nicht zuletzt durch den starken Support von Alice Krige (als Borg-Queen) und James Cromwell (ein jede Szene an sich reißender Cochrane).
Den sollte man wirklich gesehen haben. (8/10)