Dörte will tanzen, wie Jennifer Grey in "Dirty Dancing". Ihr Freund, der leider kein Patrick Swayze ist, begleitet sie nur äußerst widerwillig an den Originaldrehort des Kult-Films. Doch als sie am Drehort angefahren wird, scheint sie in der Handlung ihres Lieblings-Films gelandet zu sein und steckt in der Rolle von Jennifer Grey.
Nachdem die Prosieben-Märchenstunde zunehmend schlechtere Quoten hinnehmen musste, dachten sich die Macher etwas neues aus, bzw. sie griffen alte Ideen wieder auf. Statt also diverse Märchen zu parodieren, entschloss man sich schließlich, einen ganzen Film durch den Kakao zu ziehen. Mit "Dirty Dancing" traf man eigentlich eine verhältnismäßig gute Wahl. Der naive und kitschige Tanzfilm gibt doch wirklich ein unglaublich leichtes Ziel für Gags unter der Gürtellinie ab, doch leider kann die misslungene Parodie nicht einen Treffer auf das leichte Ziel verbuchen. Schade, dass dieser Schrott auch noch gute Quoten bekam.
Ich hätte wirklich gern etwas mehr zur Story geschrieben, das Problem ist nur, dass es einfach nicht mehr Story gibt. Dass die Charaktere nicht flacher sein könnten und, dass die Story weder Tiefe noch Überraschungen bieten kann, ergibt sich erst einmal von selbst. Die Dialoge sind auch lächerlich, dämlich und flach und auf keinen Fall lustig. Das gesamte Drehbuch ist wirklich ein Desaster und das Hauptproblem liegt darin, dass die Parodie eine noch schlechtere Story als das Original hat. Im Prinzip ist es eine Meisterleistung, das schwache Original noch zu unterbieten. Eigentlich läuft "Dörtes Dancing" ja unter dem Motto "Die große Prosieben Film-Verarsche", aber das einzige, dass verarscht wird, ist der Film selbst.
Der Film läuft sehr schnell an, kann aber leider überhaupt nicht unterhalten. Die Gags sind nichts als belangloser Klamauk und wirklich keiner von ihnen kann zünden. Statt "Dirty Dancing" aus seiner naiven Handlung einen Strick zu drehen, beschränkt sich dieser Film darauf, irgendwelche Tänzer auf die Nase fallen zu lassen. Genau deshalb kann der Mittelteil nicht unterhalten, weswegen ich ihn als Diebstahl meiner Zeit betrachte. Das Ende besteht dann lediglich aus Tanzszenen mit dem "Dirty Dancing"- Soundtrack und kann den Mittelteil noch einmal unterbieten. Alles in allem ist der Film so unterhaltsam wie ein Besuch beim Zahnarzt.
Die Umsetzung ist leider auch nicht sonderlich gut gelungen. Eigentlich will man "Dirty Dancing" ja durch den Dreck ziehen, aber dann bedient man sich des bekannten Soundtracks, um doch noch ein paar Zuschauer mehr an den Fernseher zu bekommen, eigentlich sollte sich Regisseur Andi Niessner schämen. Die Kulisse ist knallbunt und ähnelt wenigstens ansatzweise dem Original. Das Erzähltempo ist zum Glück sehr schnell, sodass der Film früh ein Ende findet. Niessner, der unter anderem diverse Rosamunde Pilcher- und Inga Lindström-Filme in Szene setzte und an der Prosieben-Märchenstunde beteiligt war, leistet erschreckend schlechte Arbeit.
Warum glauben eigentlich alle bekannten Sänger ins Schauspielgeschäft einsteigen zu müssen? Bei Janette Biedermann stellte sich diese Frage auch, denn ihre Leistung ist eine Katastrophe. Als naive Hupfdole nervt sie bereits nach wenigen Sekunden. Ihre Mimik ist unglaublich schlecht, ich kann mich kaum erinnern, jemals eine schlechtere schauspielerische Leistung gesehen zu haben. In der Hauptrolle haben wir also eine katastrophale Fehlbesetzung. Auch die übrigen Darsteller sind eher schwach, aber bei weitem nicht so schlecht wie Biedermann. Vor allem Sonya Kraus und Oliver Petszokat nerven.
Fazit:
Einmal mehr beweist Prosieben, dass vermutlich besser wäre, sich auf das Ausstrahlen von amerikanischen Formaten zu beschränken, statt auf eigene Arbeiten zu setzen. Denn "Dörtes Dancing" ist grausam. Der Film ist überhaupt nicht unterhaltsam und besteht nur aus einer schwachen Story, einer schlechten Umsetzung und platten Witzen. Man schafft es nicht einmal das naive "Dirty Dancing" durch den Kakao zu ziehen, zumal das Ziel eigentlich leicht zu treffen sein sollte. Alles in allem gibt es wirklich nichts Gutes, sodass ich auch 0 Punkte gegeben hätte, wenn es denn möglich gewesen wäre. Ich kann nur an die Leser dieser Review appellieren, die weiteren "Funny-Movies" (Der Name könnte kaum unzutreffender sein) nicht anzuschauen, damit Prosieben mit diesem Schwachsinn nicht auch noch gute Quoten verbuchen kann.