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"Ihr wisst was zu tun ist. Geht da raus und macht sie alle platt!"

"Starship Troopers 3“ ist die zweite Direct to DVD Produktion der "Starship Troopers" Reihe und greift erneut auf den Trooper Johnny Rico zurück, der bereits im ersten Teil der satirischen Weltraum Saga und Robert Heinleins Roman "Sternenkrieger" eine wesentliche Rolle spielte.

Seit Jahren befindet sich die Förderation im Krieg mit den insektenartigen Bugs. Auf dem Planeten Roku San verteidigt Johnny Rico (Casper Van Dien) mit einigen anderen Troopern eine mit einem elektrischen Zaun befestigte Stellung. Als der populäre Sky Marshall Anoke (Stephen Hogan) zu Besuch eintrifft versagt die elektrische Vorrichtung und die Bugs überrennen den Stützpunkt. Ausgerechnet Johnny's ranghöherer Freund Dix Hauzer (Boris Kodjoe) enthebt ihm, nach einer Meinungsverschiedenheit, seines Kommandos. Johnny widersetzt sich allerdings was ihm nach dem Fall des Stützpunktes den Gang zum Strick einbringt. Dix sieht seinen Fehler aber ein und rettet Rico vor dem Strick... nur um ihn in einem geheimen Projekt einzugliedern. Denn der Sky Marshall stürzte nach der Flucht von Roku San auf einem Wüstenplaneten voller Bugs ab. Unter der handvoll Überlebenden ist auch Johnny's Kampfgefährtin Lola Beck (Jolene Blalock) für die Dix Gefühle hegt, sowie die zutiefst gläubige Holly (Marnette Patterson). Nun liegt es an Rico mit wenigen ausgewählten Troopern diese zu retten. Die prototypische Panzerung "Marauder" soll dabei helfen.

"Marauder" bewegt sich im Gegensatz zu "Held der Förderation" wieder mehr im Rahmen des Starship Troopers Universums. Dies verdeutlicht besonders das erneute auftreten der Figur Johnny Rico und dem zeitaufwendigeren Umgang mit den Bugs.
Zu Beginn wird die futuristische Atmosphäre um den Krieg gegen die Arachnoiden hervorragend vermittelt. In aller Härte vollzieht sich das Gemetzel um den Stützpunkt wenn die Bugs über die Menschheit herfallen. Da wird schonmal ein Kopf abgetrennt und aufgespießt. Trotz der blutigen Aufmachung hält sich "Marauder" im Gegensatz zu den Vorgängern etwas zurück und zelebriert dieses mal nicht alle Details des Massakers.
Viel Platz findet hierbei auch wieder die überzogene Darstellung des politischen Apparates in Form von grotesken Nachrichtenmeldungen, wie sie auch schon zu Hauf im Original vorkamen. Die typischen satirischen Momente sind also wieder gewährleistet.
Ab der zweiten Hälfte wechselt der Schauplatz von dem düsteren Planeten Roku San zu einem kargen Wüstenplaneten. Mit diesem Schauplatzwechsel ändert sich auch das Thema. Plötzlich steht die Religion und der Glaube im Vordergrund, der viel zu aufdringlich dem Zuschauer aufgezwungen wird. Gegen Ende darf man sich mehrfach das Vater-Unser-Gebet anhören, während sich die viel zu spät auftretenden, titelgebenden Marauder Truppen den Bugs annehmen.

Bei einer Direct to DVD Produktion kann man selbstverständlich nicht zu viel erwarten. Ein Vergleich zum 1997 erschienen Kinofilm ist hirnrissig, denn ein, im Vergleich, bedeutend kleineres Budget wird sicherlich keinen Meilenstein erschaffen lassen. Trotzdem haben diverse B-Movies einen gewissen Charme und können insbesondere in Sachen Details und Erzählstruktur neue Maßstäbe setzen, die manch ein aufwendig inszenierter Kinofilm missen lässt. So aber nicht bei hierigem Beispiel.
"Starship Troopers 3“ verzichtet gänzlich auf eine Figurenzeichnung. Die Verhältnisse unter den Charakteren werden in den ersten Minuten abgehandelt und spielen zu keinem weiteren Zeitpunkt eine Rolle. Die Klischees dieser Figuren wirken einerseits beabsichtigt überzeichnet, allerdings so sehr, dass man mit keiner dieser Figuren sympathisiert. Somit herrscht selbst in den bedrohlichsten Momenten gähnende Gleichgültigkeit.
Die Dialoge unter den Charakteren sind schlicht gehalten und von ausdruckslosen One-Linern gespickt.

Es gibt kurze Momente da wirkt das einstige Weltraum Spektakel sehr detailverliebt, beispielsweise zu Anfang bei einem Angriff der Bugs und der taktischen Vorgehensweise einiger Trooper, dem Beschuss der Arachnoiden und der mitspielenden Kameraführung. Solche Abschnitte sucht man allerdings mit der Lupe, denn für gewöhnlich ist die technische Aufmachung sehr mager und strikt ohne seine einzelnen Elemente ineinander greifen zu lassen.
Eine Schmach sind auch die selbst für einen B-Movie zu künstlich geratenen Effekte. Die Käfer wirken weder sonderlich detailliert noch agieren sie besonders bewegungsfähig. Nur die neu eingeführten Bug-Arten, wie beispielsweise ein übergroßer Skorpion, sorgen für einen kleinen Lichtblick.

Allzu überdrüssig wird man durch das überdimensionierte Thema der Religion, was die komplette zweite Hälfte zu einer wahren Tortur macht. Immer wieder hört man Passagen aus der Bibel, Gebete und weitere christliche Anekdoten die so überhaupt nicht rein passen wollen.
Die Marauder Thematik, die auch schon in der Buchvorlage vorhanden ist, wird viel zu spät ausgespielt um noch begeistern zu können. Dummerweise wird dieser Thematik ein Auszieh Alibi angehängt um ein paar schöne nackte Körper vor der Kamera zu zeigen. Ich erinnere mich hier an die Duschszene des ersten Teils die wunderbar in das Geschehen rein passte. Aber sowas wie "mach dich nackig um in den Marauder zu steigen" ist einfach nur lachhaft, zudem daraus Anschlussfehler entstehen, denn in der Kampfpanzerung tragen die Trooper einen leichten Lederüberzug.

Schauspielerisch geben sich bestenfalls Serienstars die Hand die nicht mal mehr zweckmäßig wirken. Zu jeder Sekunde wirken die Darsteller laienhaft und unmotiviert. Einzig Casper Van Dien kann hier durch einen gewissen Wiedererkennungswert punkten, mehr aber auch nicht.

Überzogen war die Materie schon immer, "Starship Troopers 3" präsentiert sich allerdings übermäßig überzogen besonders in seinen Themen Religion und patriotischem Kitsch. Einzig die zu Beginn starke Kriegsatmosphäre und die eingestreuten satirischen Elemente können überzeugen. Auf der Ebene der Effekte, der Figurengestaltung sowie dem Plot und der Darsteller erweist sich "Marauder" als absoluter Durchhänger. Bitte keinen vierten Teil.

3 / 10

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