Review

Die Versuchung ist manchmal einfach zu groß. Genau wie bei einer Frau, wenn man dicke Eier hat. Man weiß, dass man sich einen Tripper beim Geschlechtsverkehr holen wird und trotzdem gibt es Hohlbirnen, die ihren Belzebub für die zehn Sekunden Ruhm dann  versenken müssen.

Unter Filmfreunden gibt es genauso erbärmliche Gestalten, nämlich in Form von meiner Wenigkeit. Die schlechten Bewertungen müssten alleine schon eine Warnung genug sein, um von diesem Werk die Finger zu lassen. Weitere Warnhinweise waren die Stichwörter "Pro7 Eigenproduktion" oder "Axel Stein", der wohl untalentierteste Schauspieler, den wir jemals hervorgebracht haben.

Dennoch konnte ich meine Griffel nicht von diesem Film lassen. Als eingefleischter Horrorfilmfan redete ich mir selber ein, dass ich "H3" sehen muss, schon alleine wegen den ganzen Anspielungen auf das geliebte Genre.

Ich will es kurz machen und erst gar nicht auf die Story eingehen, da ich Gefahr laufe, mit jeder Silbe aus Versehen einem weiteren, armen Menschen diesen Film einzureden.

Eins war ja eh schon von vorneherein klar: Blut, Splatter oder sonstiges, was die Altersfreigabe in die Höhe treiben könnte, war natürlich nicht vorhanden. Das war mir schon im Vorfeld bewusst, da diese Produktion ja für das Abend-TV abgedreht wurde und somit die 12er-Freigabe angestrebt wurde.

Einigermaßen gelungene Parodien, vielleicht ein paar Lacher und leichter Grusel wären schon ausreichend gewesen, für mich im Wachkoma zu halten.
 Doch das gelungenste was "H3" zu präsentieren hat, ist dann eine fast 1:1 nachgebaute Jigsaw-Puppe aus dem Film "Saw", der man jedoch die Synchronstimme von Hein Blöd verpasste und selbst das einzig gelungene als nicht gelungen bezeichnet werden muss. Parodien? Absolute Fehlanzeige. Vielleicht kann man ja den Kameraschwenk durch den Wald (Tanz der Teufel) noch als positiv vermelden - aber ansonsten ist das Niveau ganz unten angesiedelt. In Regionen, bei denen ich eigentlich gedacht habe, dass sie gar nicht existieren.
Beispiel gefällig? Okay, hier mal ein paar: Der Hit schlechthin soll wohl das Nummernschild darstellen: S-AW 1407. Da hat man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen und das ganz doll. Zumindest scheint der verantwortliche Regisseur Michael Karen dieser Meinung zu sein. Filmfiguren heißen Jason oder Michael Meier(s), Supernase Mike Krüger läuft mit Eishockeymaske rum scheinbar auf der Suche nach seinem Hirn und so etwas soll dann eine Parodie darstellen?

Nach dem Motto "Schlimmer geht es immer" folgt der übliche deutsche Deppenhumor, bei dem mal wieder Fremdschämen angesagt ist und man am liebsten die Nationalität wechseln würde. Absoluter Tiefpunkt: Axel Stein hat in jeder Szene ein anderes T-Shirt mit einem Motto-Spruch an.
Kein einzig gelungener Gag, keine einzige gelungene Parodie, der Film hat überhaupt kein Existenzrecht, wenn ich ehrlich bin.
Einziger Lichtblick ist die schnuckelige Jennifer Ulrich (wo wir wieder bei dem Thema Tripper wären), aber auch die kann nichts mehr rausreißen. Da ich scheinbar an dem Borderline-Syndrom leide, könnte ich ja jetzt eigentlich weiter machen und mir endlich "Daniel, der Zauberer" reinklatschen. Der staubt auch schon Jahre bei mir im Regal originalverpackt rum (hab ich in einem meiner größten Alkoholexzesse freiwillig gekauft).

Aber wieder zurück zum Film und zum Fazit:

"H3 - Halloween Horror Hostel" ist nichtmals das Geld des Rohlings wert. Auch wenn der Film mit 68 Minuten Laufzeit relativ kurz geraten ist, fühlt sich das Ansehen an wie eine Wurzelbehandlung an allen 32 Zähnen hintereinander. Keine einzig gelungene Parodie, Gruselgehalt sowie Blutgehalt bei Null und die peinlichen Kalauer geben dem Film dem Rest.

Definitiv einer der fünf schlechtesten Filme, die ich jemals gesehen habe. Wahnsinn....

1/10

Details
Ähnliche Filme