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Mit der Umsetzung von Videospielen ist das so eine Sache, denn so etwas wie „Resident Evil“ versuchte erst gar nicht auf Atmosphäre zu setzen, „Street Fighter“ bot hingegen lächerliche Figuren und eine dünne Story, während „Tomb Raider“ zumindest Inhalte des Spiels erkennen ließ.
Das japanische „Oneechanbara“ scheint hingegen auf Kämpfe mithilfe übersinnlicher Fähigkeiten spezialisiert zu sein, was beim Daddeln sicherlich Spaß bringen kann, als Film jedoch reichlich grottig daherkommt.

Denn im Grunde geht es in einer Zukunftswelt, umgeben von Zombies darum, dass Schwertkämpferin Aya, ihr Weggefährte und Tollpatsch Katsui und die Waffenexpertin Reiko zwei böse Wichte ausfindig machen: Dr. Sugita, den irren Wissenschaftler und Erfinder der Zombieseuche und Saki, die Schwester Ayas, die sich für den Tod ihres Vaters verantwortlich zeichnet…

Der Verfasser des Drehbuches muss das Spiel direkt vor Augen gehabt haben, als er die Rahmenbedingungen völlig außer Acht ließ und recht wahllos von einer Station zur nächsten preschte. Es gibt keinen sonderlichen Background zur Zombie-Situation und auch von den wenigen Figuren erfährt man allenfalls ein paar Schicksalsschläge im Zuge der Zombie-Epidemie. Infolgedessen wird ohne Zwischenstation von Kampfplatz zu Kampfplatz übergegangen, vom Wald in die Fabrikhalle, aufs Feld und final zu den Laborräumen des irren Wissenschaftlers.

Die Fights in Form von Schwertkämpfen und einigen Tritten sind im Grund solide choreographiert, doch das Zutun endlos vieler Computereffekte zerstört die Stimmung im Keim. Bei jedem zweiten Hieb spritz CGI-Blut auf die Kamera und auch sonst generiert der Rechner ein künstliches Gesabber nach dem anderen, welche noch nicht einmal realistisch aussehen. Da nützt es wenig, wenn Aya ihren Mantel abstreift, um im Bikini weiterzukämpfen und auch einige wenige Wire-Effekte sind als solche zu deutlich zu erkennen.

Inhaltlich geschieht ohnehin nicht mehr, als dass sich die schicken Damen regelmäßig mit einer Horde Zombies abgeben und von Ort zu Ort streifen, bis sie das Domizil des Bösen erreichen. Zwar bietet der Endkampf der beiden Schwestern erneut eine ordentliche Choreographie, doch am Ende kann man vor lauter roten und blauen Blitzen, Entmaterialisierungen und Dropped Frames kaum mehr die Übersicht behalten.
Woher jene übermenschlichen Fähigkeiten stammen, bleibt ebenfalls ungewiss, die muss man so hinnehmen, als würde man ein neues Computerspiel austesten.

Die schlechten Effekte, die entweder steif oder völlig drüber agierenden Mimen und das unausgegorene Skript steuern ihr Übriges dazu bei, dass der Streifen weder sonderlich spannend ausfällt, noch ein deutliches Mitfiebern zulässt. Die Maske der Untoten ist noch okay, Teile des Scores hörbar und die sehr wenigen handgemachten Effekte passabel, doch ansonsten bietet „Zombie Killer“ weder außerordentliche Hingucker, noch herausragende Action, um Fans des Genres entgegen zu kommen.
3,5 von 10

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