Ich habe mir eine Video-CD aus dem Netz angesehen, dabei weiß ich allerdings nicht, ob es sich (wie dort angegeben) um einen Workprint, oder einen Screener (Pressefassung) handelt. Egal... kommen wir zur Review :-)
Durch die PG-13 Freigabe war ich zunächst etwas abgeschreckt, und habe einen eher läppischen Science-Fiction-Streifen erwartet. Glücklicherweise wurde diese Befürchtung nicht bestätigt! "The One" ist ein Popcornfilm reinsten Wassers, der ansehnliche und spektakuläre Kampfszenen bietet, und zu keiner Sekunde langweilig wird.
Jet Li verkörpert einen Killer, der durch Parallelwelten reist (hmm... klingt nach "Sliders"), und seine dortige Existenz tötet, um an Kraft zu gewinnen. Hat er alle 124 "Doppelgänger" vernichtet, wird er zu "Dem Einen", und verfügt über die 125-fache Kraft eines normalen Menschen. Kurz nachdem er sein vorletztes Opfer erledigt hat wird er verhaftet, und soll in eine Sträflingskolonie verbannt werden. Töten kann man ihn nicht, da sonst der letzte übriggebliebene Doppelgänger zu "The One" werden würde. Der Killer kann sich allerdings in letzter Sekunde befreien, und in unsere Welt entkommen, wo sein letztes Opfer, ein Polizist, lebt. Zwei Agenten verfolgen ihn jedoch, und nehmen Kontakt mit dem Opfer auf. Die hiesige Ausgabe des Killers begreift langsam, daß das ganze Universum in Gefahr ist, und entwickelt ähnliche Kräfte wie der Killer selbst. Am Ende kommt es zu einem spektakulären Kampf, in dem sich zwei Jet Lis gegenüberstehen...
Ursprünglich war der WWF-Wrestler Dwayne "The Rock" Johnson, der auch im kommenden Mumien-Ableger "The Scorpion King" zu sehen sein wird, für die Hauptrolle eingeplant. Gut, daß man sich hier für Jet Li entschieden hat!! Erst durch dessen kampfsportlerisches Können wird der Film richtig unterhaltsam. Gerade das Ende könnte ich mir mit Dwayne Johnson in der gebotenen Form nicht vorstellen.
Jet Li ist in seiner Rolle um das 124-fache stärker und schneller, als ein normaler Mensch. Das äußert sich im Film durch schon aus "The Matrix" bekannte Effekte, die aber im Gegensatz zu anderen Mitläufern nicht aufgesetzt wirken. Dadurch, daß Jet Li Kugeln ausweichen kann, oder seine Gegner durch die Luft schleudern, und währenddessen noch mehrfach bearbeiten kann, wirkt der Film größtenteils wie ein Videospiel. Wer schonmal eine Air-Juggle-Combo in "Tekken" vollbracht hat, weiß wovon ich rede! In gewisser Weise wurden also die Matrix-Effekte konsequent weiterentwickelt, und nicht einfach kopiert.
Eine besonders videospielartige Szene gibt es, als Jet Li sich zwei Polizeimotorräder greift, sie in die Luft hebt, und über den verdutzten Polizisten zusammenklatscht. Einfach herrlich!!
Die Musikuntermalung besteht in der mir vorliegenden Version eigentlich nur aus Rocksongs, wobei beim Endkampf ein Stück benutzt wurde, das ich u.a. aus dem Spiel "Tony Hawk's Pro Skater 2" kenne ("Blood Brothers" von Papa Roach), und hier hervorragend passt. Ich weiß wie gesagt nicht, ob ich die finale Version gesehen habe.
Zwar wirkt der Film nicht unbedingt teuer (ehrlichgesagt hat er sogar eine nicht zu leugnende B-Movie-Atmosphäre), aber er hebt sich wohltuend vom derzeit gebotenen Action-Einheitsbrei ab, was nicht zuletzt am charismatischen Hauptdarsteller liegen dürfte!