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„The One“ ist nach „Romeo must Die“ die zweite Hollywoodproduktion mit Jet Li als Hauptdarsteller, dieses Mal gleich im Doppelpack. Eine kleine Überraschung ist die Story des Films, denn wer erwartet schon ernsthaft ein Martial Arts-Wunder wie Li in einem Sci-Fi Film. Hier muß wohl der Van Damme Streifen „Timecop“ Pate gestanden haben, denn die Handlung wurde fast 1:1 übernommen.

Trotz der originellen Grundidee sollte man aber nicht zuviel auf die Science-Fiction Story geben, denn das Hauptaugenmerk lag offensichtlich auf den zahlreichen Actionszenen. Es reicht eigentlich schon zu wissen das Li in einer seiner Rollen als Bösewicht versucht, alle anderen „Ichs“ in Parallelwelten auszulöschen um damit übermenschliche Kräfte zu erlangen. Diese Parallelwelten sind Teil eines Multiversums und durch Tunnel miteinander verbunden. Dem bösen Li sind zwei Timecops auf der Spur, die ihn für 123 Morde an seinen Ebenbildern in anderen Welten zur Rechenschaft ziehen wollen…
Klingt ziemlich konfus und wird auch im Film streckenweise arg kompliziert erzählt. Bei der kurzen Nettospielzeit und dem hohen Stellenwert der Actionszenen, ist es kein Wunder das hier einiges im Argen liegt.

Auf der Habenseite kann The One klasse Fights und eine gelungene Optik verbuchen. Die CGI-Effekte sind allesamt gelungen, auch wenn hin und wieder die Herkunft aus dem Computer nicht zu übersehen ist. Gegenüber den sonstigen Li Filmen made in USA, wirkt The One bei den Kämpfen schon eine Spur bodenständiger. Natürlich geht es in Amerika nicht ganz ohne technische Spielereien, was besonders beim übermäßigen Einsatz von SlowMotions und Bullettime Effekten auffällt. Für meinen Geschmack etwas zu viel des Guten, denn die solide Action wird unnötig aufgeblasen und in die „Matrix“-Ecke gedrängt. Eben diesen wollte man offensichtlich gerecht werden, um noch etwas vom Ruhm des Kassenschlagers abzugreifen. Nötig hat das The One nicht, denn er funktioniert auch so. Jet Li spielt den Actionhelden gewohnt souverän und darf dieses Mal auch gegen sich selbst ran. Für die Choreographie zeichnet sich einmal mehr Corey Yuen verantwortlich, der schon zahlreiche Martial Arts Filme veredelte. Die Kampfszenen und Stunts sind daher wie zu erwarten gut, aber nicht herausragend. Die Kombination mit visueller Tricktechnik ist dafür vollends gelungen und macht besonders die (meisten) Actionszenen zu wahren Eyecatchern. Abseits der Fights sind Lis schauspielerische Fähigkeiten zwar bekanntlich begrenzt, da die Story aber rasant erzählt wird fällt das nicht sonderlich ins Gewicht. Neben Li sind auch noch weitere namenhafte Darsteller wie Delroy Lindo (Romeo must Die) und Jason Statham (The Transporter) mit von der Partie, können sich aber nicht wirklich nennenswert hervortun.

Fazit:
Unterhaltsamer Mix aus Martial Arts und Sci-Fi mit einem gut aufgelegten Jet Li. Solide Fights und gute Effekte entschädigen für den etwas oberflächigen Plot. Nicht so furios wie „Kiss of the Dragon“ den ich für den besten "westlichen" Film mit Li halte, aber trotzdem noch gut.

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