Nachdem Jet Lis Einstand in Hollywood mit "Romeo must die" und "Kiss of the dragon" in meinen Augen eher enttäuschend ausfielen, gefällt mir "The One" um so besser, denn hier wird sich auf Lis Stärken beschränkt: Der Kampf! Trotz der minimalen Nettospielzeit von gerade mal 80 Minuten und einem PG 13 Rating gelang "Final Destination" Regisseur ein sehr unterhaltsamer Science Fiction Actioner, dem man einen gewissen B-Movie Charme nicht absprechen kann.
In "The One" geht man nicht von einem sondern 125 Universen aus, in dem es von jedem Menschen in jedem Universum einen Doppelgänger gibt. Stirbt einer dieser Doppelgänger geht dessen Kraft auf die anderen 124 über. Der ehemalige Dimensionspolizist Yulaw (Jet Li) erkennt die Möglichkeiten und begeht 123 Morde, bis die beiden Cops Harry Roedecker (Delroy Lindo) und Evan Funsch (Jason Statham) ihn stoppen und vor Gericht bringen können. Doch ihm gelingt die Flucht und sein Vorhaben ist klar: Der eine zu werden und einen gottähnlichen Status zu erlangen. Aber Gabe, sein letzter verbleibender Doppelgänger, ist durch die beiden Polizisten gewarnt und nimmt es mit ihm auf. Doch darf er ihn nicht töten, da eine Theorie besagt, dass dann alle Universen zerstört werden könnten, was auch die Cops wissen.
Die Geschichte klaut grundlegend von verschiedenen Klassikern die Grundideen. So ist die Idee des "Einen" inklusive Kraftaufnahme an "Highlander" angelehnt während die Reisen in andere Welten ein wenig an Zeitreisefilme wie "Timecop" erinnern. Alles in allem ist sie mit einer heißen Nadel gestrickt worden, was besonders im völlig uninteressanten Mittelteil deutlich wird, in dem Gabe nach der ersten Konfrontation seinen Widersacher sucht. Böse wenn ein so kurzer Film in solchen Situationen schon Längen entwickelt, denn sein Zweifeln was er nach dem ersten Kampf wirklich gesehen hat und die Flucht Yullaws in sein Heim sind wirklich zum Gähnen und vorhersehbar.
Absolute Highlights des Films sind die Kämpfe mit den dazu passenden an "Matrix" erinnernde Kämpfe die genau nach meinem Geschmack von Hardrockemusik der Gruppen Drowing Pool, Papa Roach und Disturbed begleitet werden. Wieso gibt es sowas nicht öfter? Mittels Wirework springt Yulaw übermenschlich durch die Luft, weicht Kugeln in Bullettimes aus und schlägt Massen von Polizisten zusammen, da er sich um ein vielfaches schneller als selbige bewegen kann."Matrix" lässt grüßen.
Den PC Effekten, besonders die Darstellung der Polizisten sieht man den künstlichen Ursprung zwar deutlich an, doch stört das nicht so stark wie angenommen, entwickelt sich dadurch ein leicht billiger B-Movie-Flair der sich keinesfalls als störend erweist. Im finalen relativ langen Showdown trifft er dann auf sich selbst, was kämpferisch und effekttechnisch den Höhepunkt des Films bildet. In Slowmotion und schnell geschnittenen Fights kämpfen sie um die Einmaligkeit und das Gleichgewicht der Universen.
Für ein PG 13 geht es in "The One" recht hart zu, sterben doch zwei Charaktere auf zwar blutarme, aber unmenschliche Art und Weise, die man so nicht erwartet und daher erschüttert. Yulaw geht dabei sehr skrupellos und nicht sonderlich zimperlich zur Sache. Auch die Kämpfe, besonders der mit Roedecker und Gabe im Finale sind in ihrer Darstellung über PG 13 Niveau, so dass man davon ausgehen kann, dass die MPAA wohl einen guten Tag erwischt hat.
Schauspielerisch bekommt man nicht viel geboten, wofür bei dem Tempo auch nicht viel zeit bleibt. Ein unterkühlter Jet Li beschränkt sich aufs Kämpfen, während Delroy Lindo eher blass bleibt. Dafür gefällt Jason Statham als genervter und reifender Cop mit seinen Sprüchen um so besser.
Fazit:
Größtenteils kurzweiliger Science Fiction Actioner, der aber im Mittelteil so seine Längen hat. Dafür entschädigen aber die furiosen Fights am Anfang und der Showdown am Ende. Die dabei auftretende Musikuntermalung ist das Beste, was ich seit langem als Begleitung zu einem Actionfilm gehört habe. Über ein paar Ungereimtheiten in der Story darf man sich dabei nicht weiter aufregen.