The One (2001)
"Es gibt nicht nur ein Universum, sondern viele. Ein Multiversum. Wir verfügen über die Technologie zwischen den Universen hin und her zu reisen. Aber das Reisen ist reglementiert und wird strengstens überwacht. Du existierst nicht nur einmal, es gibt dich vielfach. Jeder von uns existiert gleichzeitig in Paralleluniversen. Bis jetzt herrschte eine Balance in diesem System, aber es gibt eine Kraft die danach strebt diese Balance zu zerstören um der Einzige zu werden!"
Und diese "Kraft" heißt: Gabriel Yulaw (Jet Li). Und das Beste, die Lebensenergie eines jeden getöteten Doppelgängers überträgt sich auf die verbleibenden und macht diese damit hulkiger, also nicht grün aber stark. Prima, denkt sich Yulaw, na dann wollen wir uns doch mal durch die Universen schnetzeln. Gesagt getan und schon kurze Zeit später existiert nur noch EIN weiterer Doppelgänger, Gabe Law, zu meiner Überraschung gespielt von Jet Li. Aber gegen den letzten ultimativen Fight haben besonders Zwei, ganz entschiedene Einwände, Harry Roedecker (Delroy Lindo) und natürlich unser aller Lieblingsjeansmodel Jason Statham als Evan Funsch, beide Multiversen-"Mulder's"...
Auf dem Regiestuhl kein geringerer als James Wong (Final Destination, Akte-X), das Drehbuch stammt von Glen Morgan (Akte-X, Millennium) und obendrein an den "Sound-Tables" Trevor Rabin (Con Air, Bad Boys II, Armageddon), ja da kann doch eigentlich nichts mehr schief laufen.
Der Film beginnt auch recht stark, tolle Kamera, guter treibender Sound, gleich mal fette Tiefgaragenaction, zumindest redete ich mir das so ein, und dann knallt einem auch noch Drowning Pool's (nein nix Deadpool, bitte weitergehen!) "Let the bodies hit to the floor" in die Ohrmuschel, was sich Yulaw dann auch mal gleich zu Herzen nimmt und ich dachte, ja das ist doch schon mal was.
Oder besser: Das WAR doch schon mal was, denn viel mehr kam für mich leider nicht.
Die Fights werden mit stylischen aber uncoolen "Slowmotion" -Roundhousekicks und fliegenden Gewehrkugeln à la Matrix garniert und wirken viel zu glatt, mir fehlte hier eines ganz deutlich: Dreck! Der Adrenalinspiegel blieb bei mir über die gesamte Spielzeit doch eher auf Normalstatus mit minimalen Ausschlägen nach oben.
Die Inszenierung, die Kamera, der Sound, Jet Li, alles gekonnt und gut, dennoch wirkte alles insgesamt zu steril und zu höhepunktarm und was diesem Film ganz besonders fehlt ist eine "Seele". Man hat über große Strecken den Eindruck als würde man hier aneinandergereihte Fightszenen mit Rockmusik in MTV-Clipformat präsentiert bekommen, die lediglich kurz unterbrochen werden von kleineren Logikfehlern und mäßiger Storybeleuchtung. Richtige Highlights kann der Film meiner Meinung nach nicht präsentieren.
Fan's von Jet Li lege ich da eher Filme wie "Unleashed", "Hero", "Kiss of the dragon" und gerne auch noch "Romeo must die" ans Herz.
Mehr kann ich nicht sagen ohne mich in Floskeln wie z.B. "Einmal Gucken geht", "nicht schlecht aber auch nicht wirklich gut", "Fliegen haben kurze Beine" oder "Ein Jet Li macht noch keinen Sommer" zu verlieren. Ähnlich wie diese Bonmots der Filmkritik mutet auch der Film an, irgendwie schal, dabei bin ich mir fast sicher:
"Da wäre mehr drin gewesen".
6 von 10 Hades-Universen