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Ein Slasher taugt nichts, wenn er nicht slashed und eine Komödie kann nur katastrophal sein, wenn man über ein einziges Schmunzeln nicht hinaus kommt.
Die brauchbare Grundidee dieses Streifens versucht gar, beides miteinander zu verbinden, da diverse Serienkiller innerhalb geschlossener Räumlichkeiten reihum dezimiert werden und das, so scheint es das Cover zu suggerieren, von einer als Cheerleader verkleideten Göre.
Was so viel versprechend klingt, entpuppt sich jedoch als überaus fahriger Streifen, der rein gar keine unterhaltsame Momente vorzuweisen hat.

Allenfalls das Intro, welches bereits als kleine Parodie auf unzählige Slasher-Momente zurückgreift: Babysitterin allein im Haus, ein Maskierter schleicht in der Wohnung herum, sie geht unter die Dusche, doch bevor er zuschlägt, dreht sie den Spieß um, und metzelt den Killer nieder. Wäre es doch nur so oder ähnlich weiter gegangen.
Denn alsbald findet man sich in einem Hochsicherheitstrakt wieder, der sich über Nacht anscheinend verwandelt hat: Die acht Serienkiller können ihre Gefängnistüren öffnen und sich frei bewegen, vom Überwachungspersonal fehlt jede Spur. Wo sich am Tag zuvor noch ein intakter Speisesaal befand, wirkt der Raum nun wie seit Jahren unbenutzt, mit Rissen an den Wänden und keinerlei herumstehenden Utensilien.
Und während man so fachsimpelt, warum man das Gebäude nicht einfach verlässt und den angeblich tödlichen Nebel draußen (der nie erklärt wird) schlicht ignoriert, fällt einer nach dem anderen einem mörderischen Dämon zum Opfer.

Mit welch einem fatalen Pacing man einen lediglich 76minütigen Film auf gefühlte zwei Stunden ausdehnen kann, untermauert dieser Low-Budget-Horror in nahezu allen Momenten.
Besonders die Morde entbehren jeglicher Spannung. Ein paar kurze Inserts, eventuell ein paar Blutspritzer und die meisten Taten im Off stattfindend, vermag er noch nicht einmal die Allesfresser in Sachen Gore zu befriedigen. Ein abgetrennter Arm und die Andeutung einer Ausweidung bieten bereits das Deftigste.

Auch mit den Figuren wird man nur schwerlich warm. Entweder die Randerscheinungen segnen das Zeitliche, bevor ihre mörderische Laufbahn überhaupt Erwähnung findet, oder der jeweilige Serienkiller nervt mit Overacting, moralinsaurem Geschwätz über gewalttätige Computerspiele, wahlweise auch mit einer gescheiterten Gothic-Liebe.
Da die Kerle erst keinen übersinnlichen Killer vermuten, bezichtigen sie sich zunächst gegenseitig, was jedoch kaum Konfliktpotential bietet: Die Hauptverdächtigen werden rasch eingesperrt, bis diese wiederum das Zeitliche segnen.
Bis am Ende noch drei übrig sind und erst als einem in der Bewegung der Schädel explodiert, ist man sich doch einigermaßen sicher, dass es nicht mit rechten Dingen zugehen kann.

Warum der weibliche Dämon mordet, erschließt sich erst in den letzen Szenen, doch überraschen mag das bei diversen, deutlich gesetzten Hinweisen nicht mehr.
Zumal über das komplette Geschehen kaum Bewegung zu verzeichnen ist, keinerlei Verfolgungen, Abwehr oder gar aktive Gegenwehr, - selbst die letzten beiden Überlebenden haben noch Zeit für banale Philosophien, quasi inmitten des „Showdowns“.

Zwar bringen kurze Schwenks zu Parallelwelten, in denen entweder verübte Taten oder das verkleidete Erscheinen des Dämons visualisiert werden, minimale Abwechslungen zur drögen Kulisse des offenbar still gelegten Hospitals, doch lebendig wirkt das alles nicht, sondern eher wie eine Aneinanderreihung bruchstückhafter Ideen.
Das erklärt vielleicht auch, warum niemand der Serienkiller versucht, das Gebäude einfach zu verlassen oder den merkwürdigen Veränderungen der Räumlichkeiten analytisch auf die Schliche zu kommen.
Sie reden, sie agieren, aber Sinn ergeben viele Schlussfolgerungen nicht.

Darüber hinaus ist der Film eben nie locker, oder gar witzig. Obgleich es unzählige Möglichkeiten gäbe, die Situation gleich mehrerer Serienkiller auf engem Raum ad absurdum zu führen, - nein, sie schütten sich gegenseitig ihr Herz aus und das meist ohne einen Hauch von Augenzwinkern.
So werden denn auch alle guten Ansätze im Keim erstickt, einen flüssigen und halbwegs atmosphärischen Streifen präsentiert zu bekommen.
Fade, geschwätzig, schwach performt und rein gar nicht spannend,
2,5 von 10

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