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Jack Black spielt einen überaus oberflächlichen Junggesellen, der an jeder Frau etwas auszusetzen hat und alle seine Freundinnen infolge dessen sitzen gelassen hat. Nach einer Hypnose sieht er bei Frauen jedoch keine Äußerlichkeiten mehr, sondern nur noch innere Schönheit, weswegen er sich in eine, in seinen Augen hübsche Frau, gespielt von Gwyneth Paltrow, verliebt. Seine Bekannten erklären ihn jedoch für verrückt, als er mit der überaus stattlichen Frau des Weges kommt und ihr dann auch noch dauernd erzählt, wie dünn sie doch sei.

Peter und Bobby Farrelly lieferten vor "Schwer verliebt" bereits mehrere, überaus gelungene Komödien, wie die Beinahe-Kultfilme "Verrückt nach Mary" und "Dumm und Dümmer" ab, doch nach dem etwas blasseren "Ich, beide und sie" landet ihr neues Werk "Schwer verliebt" leider nur im Mittelmaß, obwohl mit Jack Black und Gwyneth Paltrow zwei überaus gut gelaunte und amüsante Hauptdarsteller verpflichtet werden konnten. Bei ihren vorherigen Werken beeindruckten die Farrelly-Brüder hauptsächlich durch eine relativ hohe Respektlosigkeit und durch relativ gewagte Provokation, doch diese Komödie ist von der ersten bis zur letzten Minute gehemmt und entschärft und läuft, stellenweise mit übertriebenen Aufrufen zur Toleranz und diversen Floskeln gegen Oberflächlichkeiten auf ihr Ende zu, ohne dem Thema Fettleibigkeit auch nur im Ansatz mit Ironie oder Sarkasmus zu begegnen. Und obwohl der Film zur Toleranz aufruft, werden dennoch die typischen Klischees verwendet und nichts geliefert, was auch nur im Ansatz über das Schubladendenken amerikanischer Komödien hinausginge. Die Handlung an sich ist ebenfalls 0815 und damit von der ersten bis zur letzten Minute vorhersehbar. Vom Kennernlernen der beiden Hauptfiguren, über die scheinbare Katastrophe bis hin zum Happy End gibt es überhaupt nichts zu sehen, was man nicht schon dutzendfach gesehen hätte. Die Charakterkonstruktion ist lachhaft und die Motive für Blacks Oberflächlichkeit sind komplett aus der Luft gegriffen. Die Farrelly-Brüder konstruieren eine schwache, gehemmte und klischeehafte Story und das obwohl die Grundidee gar nicht mal so schlecht ist.

Bei der filmischen Umsetzung ihres Drehbuch-Desasters leisten Peter und Bobby Farrelly jedoch gute Arbeit und spielen, nachdem sie bereits einige andere Komödien in Szene setzten, ihre Routine gut aus. Die Filmmusik ist gut gewählt und baut die Feel-Good-Atmosphäre auf, die den Film doch noch einigermaßen genießbar macht. Der Humor ist über weite Strecken harmlos aber amüsant und hat in Zeiten des Teenie-Sex-und-Fäkal-Humors eine relativ wohltuende Wirkung. Leider sind die Gags vor allem zum Ende hin überaus spärlich dosiert, sodass der Film mit seiner Humorlosigkeit und seinen, zum Ende hin überproportionierten Emotionen voll und ganz in den Gefühlskitsch abgleitet. Die Farrelly-Brüder halten das Erzähltempo hoch genug, um von Anfang bis Ende solide unterhalten zu können, womit der Film alles in allem im Mittelmaß landet. Nachdem sie ihre Karriere mit überaus gelungenen Komödien starteten, ist dies ein deutlicher Rückschritt, aber mit "Unzertrennlich" und insbesondere mit "Nach Sieben Tagen ausgeflittert" wurde es schließlich noch schlimmer.

Was das Projekt "Schwer verliebt" im Endeffekt doch noch rettet sind die beiden Hauptdarsteller. Jack Black zeigt sich nach "Staatsfeind Nr.1" und "Der Schakal" erstmals in einer Hauptrolle in einem bekannteren Blockbuster und stellt sein komödiantisches Talent in einer seiner ersten Komödien, noch vor seinem endgültigen Durchbruch mit "School of Rock" unter Beweis. Er liefert einige Gags und ist darüber hinaus sichtlich gut gelaunt, womit "Schwer verliebt" als Wohlfühlfilm funktioniert. Oscar-Preisträgerin Gwyneth Paltrow versprüht mal wieder Charme und passt mit ihrer guten Laune und ihrem perfekten Spiel bestens in diesen Film. Sie spielt sowohl die Rolle der dünnen, als auch die Rolle der dicken Rosemary überzeugend. Die beiden Hauptdarsteller sind zwar ein überaus ungleiches Paar, aber die Chemie scheint dennoch zu stimmen. Auch der übrige Cast ist gut.

Fazit:
Mit zwei gut gelaunten Hauptdarstellern und einer amüsanten Umsetzung mit harmlosem Humor und einem wohltuenden Erzähltempo ist "Schwer verliebt" alles in allem ein solides Feel-Good-Movie mit einem ordentlichen Unterhaltungswert. Die Story ist dabei aber einerseits viel zu harmlos und gehemmt und trotz des Aufrufs zur Toleranz überaus klischeehaft. Von den Farrelly-Brüdern war man Besseres gewohnt. Vor allem für Fans des Genres empfehlenswert.

60%

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