Review

"Tödliches Vertrauen" ist zwar nur x-beliebige Thriller-Ware, wie man sie schonmal in "Tatort" oder sonst einer Krimi-Serie gesehen hat, kann aber mit zwei hervorragenden Hauptdarstellern überzeugen.

Der 12-jährige Danny (Matthew O'Leary) hat die Scheidung seiner Eltern nie ganz verwunden. Jetzt heiratet seine Mutter Susan (Teri Polo) den zwielichtigen Rick Barnes (Vince Vaughn). Und der ist alles andere als ein liebevoller Stiefvater. Heimlich wird Danny Zeuge, wie Rick einen Mann (Steve Buscemi) ermordet. Keiner glaubt den Schilderungen des Jungen - bis auf seinen leiblichen Vater Frank (John Travolta).

John Travolta (The Punisher) ist ihr mal ausnahmsweise nicht der Bösewicht, sondern der aufrechte Held. Diesen spielt er durchaus glaubwürdig. Der normalerweise auf "Guter Kumpel" abonnierte Vince Vaughn (Old School) gibt ihr den Schurken und mit einer solchen rücksichtslosen Art ab, dass man nicht einmal dem nervigsten Balg einen solchen Vater wünscht. Steve Buscemi (Con Air) läuft als mysteriöser Bekannter durchs Bild, wo er jedoch nicht allzu lange zu sehen ist. Das bis zum Finale treudoofe Frauchen wird von Teri Polo (Meine Braut, ihr Vater und ich) dargestellt, mit deren Leistung man sich einigermaßen zufrieden geben kann.

Der Film an sich ist recht spannend geraten und wurde vom Regisseur gekonnt umgesetzt. Mehr ist da leider auch nicht. Überraschende Wendungen sucht man hier vergebens. Zudem enttäuscht das Finale. Das liegt aber an dem Studio, dass diesen Film hat produzieren lassen. Denn Regisseur Harold Becker (City Hall) musste wegen Forderungen des Studios den Streifen dreimal umschneiden lassen, damit er mit einer Altersfreigabe ab 13 Jahren in den US-Kinos starten durfte. So verschwanden diverse Gewaltszenen und obszöne Dialoge mit einer Gesamtlänge von etwa 23 Minuten auf dem Film. Eigentlich schade, da ich dem Film mit dem ursprünglichen Finale vermutlich einen Punkt mehr gegeben hätte.

"Tödliches Vertrauen" ist ein durchschnittlicher Thriller, der sich aber Dank seiner beiden Hauptdarsteller aus der Menge hervorheben kann. Hoffentlich kommt irgendwann mal ein Director's Cut mit der ursprünglichen Schnittfassung heraus.

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