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In den endlosen Weiten an Horror-Veröffentlichen der letzten Jahre hat Alexandre Aja mit dem innovativen „HIGH TENSION" und den brachialen Remake von „THE HILLS HAVE EYES" zwei Zeichen gesetzt. Dementsprechend groß war die Erwartungshaltung bei der Neuverfilmung des asiatischen Horror-Klassikers „INTO THE MIRROR", wo er sich erneut fremder Ideen bedient, was jedoch erfahrungsgemäß nicht unbedingt das schlechteste sein muss.

Spiegelbilder bieten in Horror-Filmen gerne Platz für klassische Schock-Sequenzen. „MIRRORS" nutzt diese Urängste gnadenlos über die gesamte Länge des Streifens aus... zumindest sollte und der ansprechende Trailer diesen Eindruck vermitteln.

Leider werden die Erwartungen nur bedingt erfüllt. Zweifelsohne bietet das abgebrannte Mayflower Builing, ein ehemaliges Kaufhaus und ursprüngliche Heimat eines Krankenhauses, den optimalen Schauplatz für anspruchsvollen Grusel: Riesige Hallen, dunkle Gänge ohne Stromversorgung, verkohlte Schaufensterpuppen und die unzähligen, mitunter riesigen Spiegel sorgen für wohlige Gänsehaut-Atmosphäre. Leider fällt uns Aja mit dem munteren Spuk etwas zu schnell mit der Tür ins Haus. Hier wäre ein längerer aber dafür effektiverer Spannungsaufbau die bessere Wahl gewesen, anstatt später die kriminalistische Suche nach geschichtlichen Hintergründen und vermissten Personen dermaßen aufzublähen.

Immerhin muss man dem Regisseur zu Gute halten, dass er gegenüber dem Original einige Veränderungen am Skript vorgenommen hat Auch der Einsatz mit modernen technischen Möglichkeiten an Sound-Effekten und Special-Effects ist nahezu perfekt gelungen, so dass es von dieser Seite her nix zu Meckern gibt.

Kiefer Sutherland liefert als besessener Ex-Cop eine beeindruckende One-Man-Show ab, obwohl seine Detektivarbeit zwangsläufig seinen Jack Bauer aus „24" durchblicken lässt. Auch die anderen Darsteller an seiner Seite machen ihre Arbeit mehr als ordentlich

Dennoch ist das Gesamtergebnis zum Schluss leider ein wenig enttäuschend, wenn man die Fähigkeiten, die uns der junge Regisseur in den vorangegangenen Werken an den Tag gelegt hat, in Betracht zieht. Trotz weniger, aber dafür umso effektvoller eingesetzter Gore-Effekte wartet man während der ganzen 111 Minuten auf den Knalleffekt... leider vergeblich! Gerade im Mittelteil plätschert die Geschichte ohne große Höhepunkte vor sich hin, obwohl der Thriller zum Ende noch einmal gehörig an Fahrt aufnimmt und in einem furiosen Finale gipfelt.

Letztendlich ist Aja's neuester Streich zweifelsohne immer noch besser als die übliche Dutzendware, die man in der Videothek serviert bekommt - der große Wurf ist ihm mit diesem Werk aber leider dieses Mal nicht gelungen!

(7 / 10)

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