THE SUSPECT
Don Lee (Louis Koo) ist nach langem Knastaufenthalt (12 Jahre) wieder auf freien Fuß. Kaum draußen fährt eine Limousine vor und deren Fahrer bittet ihn einzusteigen. Er fährt in ein echt nobles Hotel, wo in der Präsidentensuite eine bezaubernde Schönheit auf ihn wartet. Was folgt ist "Satisfaction! Egal, am nächsten Morgen weckt ihn ein Anruf und Brother Chan Hung (Simon Yam) beauftragt ihn ein Attentat auf einen Wahlkandidaten, Velasco sein Name, zu verüben und diesen so aus dem Weg zu räumen. Zu diesem Zweck wurde unter einem Bett im Hotel auch eine panzerbrechende Waffe versteckt. Don, tief im Herzen ein netter Kerl, will mit dem ganzen "Alten" Leben nichts mehr zu tun haben und sich lieber eine anständige Zukunft aufbauen. Also lehnt er diesen Auftrag ab bzw. ignoriert diesen. Als kurz darauf trotzdem ein Geschoß sein Ziel erreicht, sprechen alle Indizien gegen Don, zumal ihn seine weibliche Bekanntschaft samt Panzerfaust im Zimmer überrascht hat und auch einige Hotelkameras stichhaltige Beweise aufzeichnen konnten. Bei der anschließenden Flucht, Man(n) will ja seine Unschuld beweisen, trifft er dann auch noch einen weiteren alten Bekannten. "Max", Don's bester Freund scheint auch etwas mit der ganzen Geschichte, deren politischen Ziele noch gar nicht alle erkennbar sind, zu tun zu haben. Unfreiwillige Hilfe findet er in der Reporterin Annie (Ada Choi) und später auch in den Leuten des NIB's.
"Ringo has turned Manila into a Warzone“
Auch diesmal beweist sich Ringo Lam als guter Drehbuchschreiber und passabler Regisseur, denn seit seiner zwischenzeitlichen Rückkehr aus Hollywood entstanden unter seiner Mitwirkung wieder echte Knaller! Erst der Polizeithriller "Full Alert" und dann "The Suspect"!
Wow, was für ein Schritt nach vorn. Ringo Lam hatte ja schon immer eine Nase für spannende Geschichten und nur zu oft verpackt er diese in eine authentische Politstory, weshalb sie meistens auch sehr realistisch inszeniert sind. Auch diesmal bekommt man einen typischen und doch untypischen Film serviert, der vor allem wegen der Schnickschnackfreien Inszenierung, zumindest bei mir etliche Pluspunkte sammeln konnte. Auch die Locationvielfalt ist hier positiv hervorzuheben, die Flucht bzw. Jagd bewegt sich von den Philippinen bis nach Hongkong und zurück.
Actionmäßig bewegt sich Ringo Lam auf bekanntem Niveau, hier gibt es alles zu sehen was das Fan-Herz höher schlagen lassen dürfte. Der glühende Dorn einer Panzerfaust bohrt sich in eine Menschentraube, Auto-Chases durch belebte Straßen, abstürzende Helikopter, Explosionen und geile Shootouts, welche auch zu einigen Fleischwunden führen. Das ganze hat Lam steht's realistisch (keine Slow-Mo-Shootout's deren Optik an die guten alten John Woo-Filme erinnert) und ohne Übertreibung in Szene gesetzt, zumal diese optische Aufwertung seiner Werke, abgesehen von wenigen Ausnahmen z.B. "Cover Hard", noch nie wirklich ein Ringo Lam-Stil war. Selbst der Gewaltpegel bleibt im Rahmen und ist für eine HK-Produktion sogar eher zurückhaltend. Unter diesen Aspekten entfaltet sich der geradlinige Plot spannend und die Charaktere agieren nachvollziehbar.
Auch mit den Darstellern konnte nicht allzu viel daneben gehen. Lauter gestandene Schauspieler, allen voran Simon Yam der, obwohl wenig präsent, auch diesmal wieder der überzeugendste ist. Louis Koo darf sich als Anti-Held wieder Willen outen, spielt einen ihm nicht fremden Part, fast emotionslos, und muss sich ähnlich hölzernes acting nachsagen lassen wie z.B. ein Aaron Kwok. Ada Choi ist eher als schmückendes Beiwerk zu sehen und kann sich Aufgrund der kleinen Rolle nicht wirklich entfalten. Im Prinzip kristallisiert sich Niemand wirklich positiv oder negativ heraus, weshalb der Film eine runde Sache geworden ist.
Fazit: Ein solider Action-Polit-Thriller, nicht der beste Ringo Lam-Film und doch besser als all seine Ami-Gehversuche, welcher mich doch sehr positiv überrascht hatte!
7 von 10