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In „Sweepers“ befriedet Dolph Lundgren Angola – ohne selbst besonders friedlich zu sein.
Christian Erickson (Dolph Lundgren) ist erfahrener Minensucher; stationiert in Angola. Doch sein Sohn kommt ohne Wissen des Vaters zu einer Minensuche mit. Prompt überfallen Militärs die Minensucher und bei dem Überfall fliegt Sohnemann mitsamt einer Mine in die Luft. Das Anfangs-Shoot-Out ist ganz nett gemacht und bietet solide B-Action, auch wenn einige recht dämliche Ideen der Regie (z.B. der hektische Schnittwechsel zwischen Christian und seinem Sohn) den Unterhaltungswert trüben.
5 Jahre später in New York: Einige Terroristen nehmen einen US-Senator gefangen. Als das Haus gestürmt wird, geht im Vorgarten eine neue Art von Landmine hoch. Die Idee nach kürzester Zeit eine weitere Actionszene einzustreuen ist mit Hinblick auf das Zielpublikum nicht schlecht. Nur warum diese so abrupt aufhört, weiß wohl nur der recht unfähige Regisseur Keoni Waxman.

Michelle Flynn (Claire Stansfield), die Erfinderin der Landmine, wird nach Angola geschickt, um zu ermitteln, warum diese offiziell nie über die Testphase hinausgekommene Mine eingesetzt wird. Im Hotel darf sie Christian bei einer Prügelei zu sehen, die dieser (wie könnte es anders sein?) gewinnt. Hier rührt „Sweepers“ noch ein wenig Verschwörungstheorie in den Plot hinein, ehe Lundgren wieder seine Muskeln beweisen darf. Nur leider ist die Prügelei nicht besonders spektakulär inszeniert.
Michelle und ihr Team finden nach kurzer Suche auch ein Exemplar der Mine. Doch bei der Bergung geht das Team drauf und (wie könnte es anders sein?) Michelle bleibt als einzige übrig. Die Nachforschungen rufen jedoch die Hintermänner des Mineneinsatzes auf den Plan. Und so kann Michelle Christian zwar dazu überreden, ihr bei der Suche nach einem weiteren Exemplar der Mine zu helfen, aber bald müssen sich die beiden schwerbewaffneter Gegner erwehren.
„Sweepers“ ist kein Film für Logikfanatiker: Denn wenn man die Sprungmatten sieht, auf die Darsteller bei ihren Stunts fallen, die Heldin genau im richtigen Moment noch ihre Jacke holen muss, man die Drähte sieht, an denen ein Getroffener nach hinten gezogen wird usw. drängt sich der Gedanke auf, dass Keoni Waxman ein verdammt unfähiger Regisseur sein muss.

Die Handlung läuft geradlinig auf den Showdown heraus und bietet kaum Überraschungen. Es finden sich auch einige Längen, aber man kann das Gesamtergebnis als solide bezeichnen. Große Spannung kommt allerdings nicht auf. Die Hintergrundidee, das mysteriöse Hintermänner so skrupellos sind, eine Mine in einem Entwicklungsland zu testen, ist im Gegensatz dazu nicht von schlechten Eltern.
An Action werden einige Ballereien und Stunts geboten, die durchaus nicht schlecht anzusehen sind. Hier beweist Waxman auch ein wenig inszenatorisches Geschick; der annehmbare Einsatz von Zeitlupe oder der Motorrad-auf-Zug-Stunt sind nicht unbedingt neu, aber nett anzusehen. Die Shoot-Outs sind zwar nicht immer sehr spektakulär, aber gut gemacht und besitzen einen guten Unterhaltungswert.

Schauspielerisch ist in „Sweepers“ nichts los: Dolph gibt den gebrochenen Helden im Standardprogramm ohne seine Miene (Wortspiel nicht beabsichtigt) oft zu verziehen. Claire Stansfield ist auch nur Durchschnitt und der sonst recht talentierte Bruce Payne kommt nicht recht zum Zuge und was er zu bieten hat, ist weit von seiner Leistung in „Passagier 57“ entfernt.
Das Angolaflair ist ganz ordentlich eingefangen worden, auch wenn sich „Sweepers“ hier in Klischees begibt. Die fast durch die Bank weg bösen Weißen und die hilflosen Schwarzen, die sich noch nicht mal wehren, wenn ihr Dorf niedergebrannt wird sind nur einige Beispiele (auch wenn die Klischees zum Teil stimmen mögen).

„Sweepers“ ist ein eher durchschnittlicher B-Action, der mit einer halbwegs ordentlichen Story daherkommt und gute Action bietet, durch große Mängel allerdings auch für Genrefans nur bedingt guckbar ist.

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