Seine Glanzzeit hatte Dolph Lundgren (Showdown in Little Tokyo, Dark Angel) schon hinter sich, dennoch schlug sich der Schwede mit recht brauchbaren B-Movies durch, wozu man auch "Sweeper - Land Mines" zählen darf. Die Actionschmiede Nu Image scheint sich hier entschieden zu haben, ein wenig tiefer in die Tasche zu greifen, was besonders an der ausartenden Pyrotechnik zu bestaunen ist. Auf jegliche Animationen wird zur Freude des Zuschauers verzichtet, dennoch ist Keoni Waxmans (The Keeper, A Dangerous Man) Inszenierung nicht tadellos. Der verwendet hier ein Pseudonym und tritt unter dem Namen Darby Black auf. Das Screenplay stammt von Kevin Bernhardt, der auch das Skript zum Lundgren-Film "Jill Rips" schrieb.
Vor fünf Jahren verlor der Minen-Entschärfer Christian Erickson (Dolph Lundgren) seinen Sohn, weil dieser auf eine neuartige Mine trat. Seitdem lebt Christian in Angola und entschärft tagtäglich mehrere Minen. Nun wird er zur letzten Hoffnung von Michelle Flynn (Claire Stansfield), die mit einem Team in Angola eintrifft. Sie soll eine der besagten Minen sicherstellen, die auch bei einem Attentat in den Staaten verwendet wurden. Doch ihr gesamtes Team stirbt bei einer Entschärfung und so überredet sie Christian ihr zu helfen. Zusammen kommen sie skrupellosen Diamentenhändlern auf die Fährte, welche die Minen damals gegen horente Summen in Angola testen sollten. Doch wer ist der Kopf der Bande? Der Verdacht fällt schnell auf den brutalen Yager (Ian Roberts).
Im Grunde genommen bietet "Sweeper" mit den neuartigen Minen eine ganz nette Basis. Diese gegen Geld in einem Dritte Welt Land zu testen ist eine ordentliche Idee und daneben beraubt man Angola noch seiner Bodenschätze. Es ist zwar nicht sonderlich schwer zu erraten, aber man darf sich nicht von Anfang an sicher sein, wer denn nun der Kopf dieser kompromisslosen Bande ist. Aber auf echte Wendungen sollte man dabei nicht hoffen und man leistet sich auch storytechnisch einige Schnitzer. Das beginnt schon bei Christians Sohn, was zum Teufel hat er im gefährlichen Angola zu suchen? Es geht weiter mit Michelles Team, welches dermaßen leichtfertig mit dieser Schmetterlingsmine umgeht und kurz darauf ins Gras beißt. Auch die Leistung von Waxman ist nicht markellos, wie die plötzlich endende Actionszene bei der Geiselnahme beweist. Aber im Großen und Ganzen darf man sich auf ein old schooliges Werk freuen, welches nach rasantem Anfang jedoch ein wenig Drive verliert. So punktet "Sweeper" zu Beginn mit dem Überfall auf das Camp, wobei auch Christians Sohn stirbt, es folgt die Geiselnahme wo die Mine zum Einsatz kommt und schließlich noch ein illegaler Ringkampf in Angola. Doch danach muss Erickson erst von Michelle überredet, was schon ein wenig Zeit in Anspruch nimmt. Auch hätte man bei der brauchbaren Story ein wenig mehr ins Detail gehen können, gerade mehr Hintergrundinformationen über die Entstehung der Schmetterlingsmine hätten interessiert und in wie weit Michelle an der Entwicklung beteiligt war, obwohl sie doch keine Ahnung von Minen hat.
Was hier sehr gut gefällt ist die authentische Kulisse, dazu gibt es den passenden Score mit landesüblichen Melodien. Die Sets wirken zum Teil richtig aufwenig, beispielsweise das unterirdische Schachtsystem, wo Diamanten gefördert werden. Doch besonders die Pyrotechniker hatten hier einiges zu tun, denn "Sweeper" bietet viele Explosionen, die alle handmade sind und manchmal sogar bildschirmfüllend. Dabei werden nicht nur Minen, Autos, Hubschrauber oder Häuser gesprengt, sondern zum Schluss sogar ein ganzer Zug. Mit der Action darf man auch zufrieden sein, besonders im letzten Drittel darf es rund gehen. Eigentlich bietet "Sweeper" die ganze Palette von Shootouts über Verfolgungsjagden bis hin zu diversen Keilereien. Insgesamt gesehen kommt das letzte Element ein bisschen kurz, Dolph hat leider nur wenige Zweikämpfe zu bestehen, die auch meist recht kurz ausfallen. Aber gerade das lange Finale entschädigt für viel und die Choreographien sind zwar nie richtig spektakulär, aber auf gutem Niveau und die Actionszenen bieten auch die nötige Härte. Der Schwede ringt sich hier eine solide Leistung ab und hat mit Claire Stansfield (Mindripper, Steel Man) und Bruce Payne (Passagier 57, Full Eclipse) zwei ebenbürtige Schauspielkollegen.
"Sweeper" hat seine groben Schnitzer und nach dem temporeichen Auftakt auch einen kleinen Durchhänger, aber er gefällt auch durch eine brauchbare Story und seine old schooligen Machart. Gerade die Actionszenen lassen kaum Wünsche offen, hier sticht besonders die Pyrotechnik heraus. Bei den Darstellern gibt es ebenfalls kein Grund zur Klage.