In diesem Falle muss ich einfach mal wieder die Rückseite des Covers zitieren. “Ohne zu zögern unterbreitet er dem Mann ein Angebot, den er nur wenige Minuten zuvor bestohlen hat - einen knallharten Gangster der für Geld sogar sein eigene Mutter töten würde. John bleibt eine Stunde um den Deal seines Lebens zu machen - oder alles zu verlieren”.
Grundsätzlich ist das zwar nicht unbedingt gelogen, doch trotzdem bekommt man eine falsche Vorstellung von dem, was man zu sehen bekommt. Hier geht es vielmehr um einen Mann, der sich plötzlich bewusst wird, welchen Mist er in der Vergangenheit gebaut hat - unter anderem hat er seine Frau verloren und die Tochter gleich mit.
Während er auf die Geldübergabe wartet, versucht er per Handy alles wieder ins Reine zu bekommen. Die Freundschaft mit dem kleinen Esteban, den er im Park kennen lernt, nimmt zudem eine größere Zeit der Handlung ein. Der Zwerg macht ihm nämlich auch bewusst, dass er in seinem Leben dringend etwas ändern muss. Daher handelt es sich hier vielmehr um ein Drama, denn um einen (wie auf der Rückseite ebenfalls vermerkt) “Action-Kracher“.
Kilmer spielt wie immer souverän und man fragt sich wieder einmal, wieso es der Mann nie geschafft hat in die A-Riege Hollywoods aufzusteigen, während da andere einen Stammplatz besitzen, obwohl sie viel schlechter sind als er. Sein Ruf, ein sehr schwieriger Mensch zu sein, war ihm dabei wohl auch nicht unbedingt behilflich.
Ein echter Knaller ist der kleine Bobb’e J. Thompson als Esteban. Die Sprüche und Lebensweisheiten die er da so nebenbei loslässt sind wirklich sensationell und er schafft es erstaunlicherweise mühelos, neben Kilmer zu bestehen.
Die Ereignisse spielen sich fast komplett in dem einen Park ab, was dazu führt, dass man sich als Zuschauer nach einer halben Stunde dort sehr heimisch fühlt. Burmeisters Regie bleibt dabei relativ unaufgeregt, was aber ganz gut zu der Story passt. Schnelle Schnitte oder optische Spielereien wären hier unangebracht. Der Film wurde übrigens von Kevin Spacey mitproduziert.
Fazit: Wenn man ein relativ ruhiges Drama um einen Mann sehen möchte, der erkannt hat, dass er in seinem Leben etwas ändern muss, dürfte man nicht enttäuscht sein. Der angekündigte “Action-Kracher” ist das allerdings nicht, und die Menschen, die sich durch so einen Spruch verleiten lassen und den Film leihen oder kaufen werden schimpfen wie die Rohrspatze.