Schwermütig und schwulstig höhrt sich der deutsche Titel "Zeiten des Aufruhrs".Dadurch erlangt der Film eine irreführende Aussagekraft und unterstreicht die Befürchtung einen zumindest nicht ganz klischeefreien und hochdramatischen Film vorgesetzt zu bekommen.
Der wesentlich neutraler gehaltene OT ist absolu passend.
Den man bekommt hier keineswegs eine überzogene Liebesgeschichte gezeigt. Auch ist die Kamera in den emotinalen Momenten stets reduziert und es gibt keinen kitchigen Moment.
Was auch direkt angenhem auffällt ist ,dass der Film nicht nur auf das Team Dicaprio/Winslet setzt, sondern auf eine Geschichte,welche in der spielenden Zeit nicht hätte realistischer seien können und natürlich auch ohne weiters aufs jetzt und hier übertragen werden kann. Deshalb werden Winslet und Dicaprico gleich zuanfang fast unmittelbar und unscheinbar von der Kamera eingefangen.Sie befindne sich umringt von Menschen auf einer Party,wo sie "fast" nicht auffallen.
Obwohl die Geschichte wohl irgendwo in den 50er spielt,wird eigentlich wenig von der damaligen,zeitgeistbedingten Problematik storymäßig involviert.
Im Kern geht es viel mehr um elementare Dinge wie z.B. was ist aus uns geworden,haben wir das aus unserem Leben gemacht was wir wollten, sind wir einer Lüge aufgessen , dem Gefühl Entfliehen zu wollen,aber nicht genau zu wissen wovor usw???
Hört sich vielleicht etwas schwulstig an,wird aber absolut realitätsnah thematisiert und auch so inszeniert.Keine Angst vor langweiligen Dialogen,wobei das Wort "f**ken" auch drin vorkommt.
Die Dialoge sind intelligent gestalltet und nie schablonenhaft.Diese werden durch eine meisterhafte Präsenz der beiden noch wesentlich gewichtiger.Ein sehr gutes Schauspiel beider und eine Paraderolle für Dicaprio.
Sehr gut eingefädelt der Irre Sohn des Verwalterpärchens,der haargenau,dass auf den Punkt bringt,was die eigentlichen Beweggründe der aktuellen Situation sind und den Zuschauer in seinen Interprdationsmöglichkeiten leitet und fast festlegt.
Die zwei Stunden Film langweilen nie,aber auch klar bedingt, dadurch,dass die beiden "Auftritte" des Irren,den Zuschauer mehr in seiner Interaktion fordern und zudem auch witzig anmuten-situationsbedingt.
Schauspielerich gibt das Drehbuch erst im letzten Drittel die Möglichkeit so richtig aufzutrumpfen.
Fazit:
Ein durchweg grandioses Drama,was sich zwar im gesamten Zeit lässt sich zu entwickeln,aber nie langweilig wird. Schauspilerisch perfekt,auch die Nebenrollen sind klasse. Nicht nur ein Thema der spielenden Zeit,sondern durchaus übertragbar.Stellenweise sehr zurückhaltend gefilmt und unterstützt von einem tollen Score.
8 von 10 Punkten