Ärzte die töten wollen, ein altes Holzhaus hinter einem Hospital und der Geist einer Krankenschwester ergeben den nächsten Ring/Grudge- Klon aus Thailand.
Die Geschichte über einen Rachegeist hat die Fan-Gemeinde bereits diverse Male gelangweilt, - auch hier bietet sie nichts Innovatives und hält lediglich durch einige passable Schockeffekte bei Laune.
Im Rampenlicht steht Reporterin Chalinee, die einem alten Mordfall nachgeht, bei der ein Arzt seine Geliebte/Krankenschwester getötet haben soll. Bei ihren Recherchen stößt sie auf zwei aktuelle Morddelikte, in denen ebenfalls zwei Ärzte als Täter angeklagt werden. Die Spur führt zu einem leerstehenden Haus, welches Chalinee und ihr Freund betreten, ohne zu erahnen, welche Konsequenzen sie erwartet…
Die überhaupt nicht originelle Story fixiert sich nahezu einzig auf Hauptfigur Chalinee, die zwischen Wahnvorstellungen und Alpträumen eine Odyssee durchmacht, die einem reichlich vertraut vorkommt. Ständig herrschen im Hintergrund Blitz und Donner, ewig werden karge, schmale Gänge abgesucht, schwarzer Nebel symbolisiert Aktivität von Dämonen und letztlich fehlen auch die geisterhaften dünnen Frauengestalten nicht, bleich geschminkt und mit merkwürdigen Kontaktlinsen ausgestattet.
Etwas dröge gehen dann auch die Recherchen vonstatten, schließlich tauchen neben Chalinee nur wenigen Figuren auf, ab und an mal ein paar kürzere Flashbacks, kurze Interview-Sequenzen und nur selten Gespräche mit ihrem Freund, der nach Betreten des einsamen Hauses zunehmend unberechenbarer auftritt und verstärkt auf Chalinees Arbeitskollegen eifersüchtig ist, - man ahnt bereits früh, was sich da anbahnt.
Auf der anderen Seite ist nicht alles von Übel. Toll beispielsweise eine Szene auf einer einsamen Brücke mit Wolfsgeheul, nächtlichem Wind und einer Gestalt, die sich über das Brückengeländer zieht. Auch einige Momente, als Chalinee einen Arzt im Knast interviewt und sich kurz darauf in den dunklen Gewölben verläuft, an deren Wänden sich Schriftzeichen mit Blut geschrieben wie von selbst zeichnen bringt Atmosphäre, die aufgrund der durchweg gelungenen Sounduntermalung zu den kleinen Höhepunkten des ansonsten eher belanglosen Streifens zählen.
Leider kann das letzte Drittel keine Spannungssteigerung bewirken. Geisterhafte Erscheinungen mehren sich zwar, doch die mittelmäßigen CGI werden nicht besser, nur weil ein paar drohende Schatten zusätzlich auftauchen. Ein minimaler Plot Twist kommt dem Finale immerhin noch zugute, doch abschließend noch moralinsaure Emotionen einzubinden, wirkt reichlich deplatziert.
Zum Glück spielt Hauptdarstellerin Intira Jaroenpura überraschend souverän, um die Last der One-Woman-Show überzeugend zu bewerkstelligen, so dass dem Stoff zwar latent die Abwechslung fehlt, jedoch nicht eine Sympathieträgerin.
Trotz okayer Schockeffekte, kurzen Spannungsmomenten und einigen atmosphärischen Szenen fehlt dem Ganzen das Besondere. Es überrascht einfach nicht mehr, wenn Aufnahmen des Camcorders im Nachhinein merkwürdige Erscheinungen aufzeigen, Geistergestalten auf dem Rücksitz eines Autos huschen oder die Geschichte einer Gepeinigten als Rachemotiv eines Geistes herhalten muss.
Je mehr man aus dieser Richtung bereits gesichtet hat, umso weniger begeistern einen diese rund 100 Minuten Asia-Grusel.
Knapp
5 von 10