Vorwort:
Endlich ist es soweit: Der Film, auf den ich nach Dark Knight dieses Jahr am meisten gewartet habe, läuft endlich über die Leinwand. Und mir war klar: Der Film wird definitiv polarisieren, genau wie die meisten Ben Stiller Filme, mal abgesehen von „Meet the parents“ es immer der Fall ist. Ben Stiller ist nun mal ein Mann, bei dem der Humor nicht jeden anspricht. Hier wurde nun das gesamte in den letzten Jahren so boomende und mittlerweile wieder aus der Mode gekommene Genre des (Anti-)Kriegsfilms auf die Schippe genommen. Dazu kam eine Besetzung, die so unglaublich mit Starpower glänzt, dass es eigentlich egal war, ob der Film gut ist oder nicht, dass er Dark Knight vom Platz 1 der US Charts gekickt hat, war so sicher wie das Amen in der Kirche.
Inhalt:
Tugg Speedman (Ben Stiller) ist ein Action-Schauspieler auf dem absteigenden Ast. Seine Rolle als Retter einer sterbenden Erde in fünf Filmen mittlerweile komplett lächerlich wirkt und auch nicht mehr annähernd so erfolgreich ist, wie es mal war. Sein Ausflug in ernsthaftere Gefielde als „Simple Jack“ scheiterte daran, dass er die goldene Regel Hollywoods nicht beachtete: spiele niemals einen geistig komplett behinderten! Aber sein Agent Rick Peck (Matthew McConaughey) hat noch einen Film in petto.
Man plant den teuersten Kriegsfilm aller Zeiten und Tugg soll die Hauptrolle des Streifens verkörpern.
Die Besetzung ist einfach traumhaft: Kirk Lazarus (Robert „Ironman“ Downey Jr.), der zu der Zeit mit Tobey Maguire in einem Streifen über ein schwules Kloster (!) auf sich aufmerksam macht und sich für die Rolle als afroamerikanischer Soldat extra die Hautfarbe verdunkeln lies, Jeff Portnoy (der geniale Jack „JB“ Black), der nur als Blödelstar mit Toilettenhumor genial Eddy Murphys „The Klumbs“ parodiert und nun auch mal die ernsthafte Schiene auffahren will, Jungspund Kevin Sandusky (Fanboy-Darsteller Jay Baruchel) und Alpa Chino (Brandon T. Jackson) sollen unter dem britischen Regiedebütant Damian Cckburn (Steve Coogan) und der Beratung des Autors der Romanvorlage Four Leaf Tayback (Nick Nolte) und der Oberaufsicht des Produzenten Les Grossman (Tom Cruise, den ich glaub ich das erste mal cool finde) die größte Geschichte des Vietnamkrieges auf die Leinwand bannen.
Gefilmt wird in Vietnam, was dem Realismus zu gute tun soll. Doch die Stars schaffen es einfach nicht, vernünftig miteinander zu arbeiten und so kommt es immer wieder zu Problemen, vor allem die Heulszene zwischen Tugg, der nicht weinen will oder kann, und Kirk, der Rotz und Wasser heult, bereitet Probleme. Durch den Misserfolg der Beteiligten wird eine Szene, die Millionen gekostet hat, einfach zerstört und keine Kamera hat sie gefilmt. Das ist dann genug für den gefrusteten Regisseur. Angestiftet von Four Leaf schickt er die Jungs in den Dschungel. Der Film soll mit versteckten Kameras gedreht werden und so realistischer werden. Aber es kommt, wie es kommen muss: Cockburn tritt auf eine Miene und verteilt sich über das Feld. Was folgt ist ein Chaotisches Wettrennen gegen den Tod, gespickt mit Wahnsinn, Drogenentzug, Rassenkampf und Soldaten, die mit Platzpatronen gegen scharf bewaffnete Drogenbosse kämpfen...
Meine Meinung:
Ich finds interessant, dass hier scheinbar die Extreme herrschen. Die einen geben (wie ich finde) überzogene Niedrigstnoten, die anderen ebenfalls überzogene Höchstnoten. Der Film ist sicher kein künstlerisches Meisterwerk, aber er macht durchaus Spaß und ist kein absoluter Absturz. Da gab es weitaus schlimmere Filme der Herren Stiller oder Sandler oder gar Schneider. Wer mal ne schlechte Komödie sehen will: Rob Schneider ist da Erfolgsgarant. Die Story an sich ist natürlich irgendwie bescheuert. Das ein paar Hollywoodstars im Dschungel plötzlich zu Helden werden und es mit Drogenbossen aufnehmen, die alle Fan von „Simple Jack“ und dem ganzen Drumherum sind hanebüchener Unsinn. Aber das ist auch gut so.
Das hier ist eine Ben Stiller-Komödie, verdammt nochmal. Da will ich einfach nicht an irgendwelche Missstände und Weltprobleme erinnert werden und am Ende darüber nachdenken, was ich da gerade gesehen habe, sondern will
mich unterhalten und für zwei Stunden das Hirn ausschalten. Und da liefert der
Film echt gute Arbeit. Die Stardichte ist unglaublich hoch und einige meiner
Lieblingsschauspieler sind auch mit dabei (vor allem Jack Black macht mich
immer wieder glücklich.
Die Witze sind flach, aber dennoch lustig, die Szenerie einfach total irre und krank, was auch gut so ist. Schauspielerisch wird natürlich auch einiges geboten, für eine Stiller-Komödie schon ernormes. Allen voran natürlich Downey Jr., der das Overacting wirklich unglaublich bildhaft zeigt. Allein die Idee, einen weißen Schauspieler einen Schwarzen spielen zu lassen ist so absurd, dass ich immer wieder beim Erblicken vom Ironman schmunzeln musste. Aber auch Stiller ist sich treu und zeigt gewohntes Spiel. Eigentlich kann man seine gesamten Rollen nehmen und durchmischen, es würde kaum auffallen.
Wenn jetzt nicht Tugg, sondern Gaylord durch den Dschungel rennen würde, es würde kaum auffallen. Aber das ist das schöne daran. Stiller ist in den meisten seiner Komödien die Konstante, die einfach tierisch ungeschickt ist und alles daran setzt, alles kaputt zu machen. Ich finds schön, kann aber verstehen, dass es Leute gibt, die da genervt von sind. Die anderen drei der Gruppe sind eher Situationsbedingt anwesend. JB ist auf Dauerentzug und kommt eigentlich am wenigsten zur Geltung, was ich schade finde. JB hätte mehr reißen können und ist einer der genialsten Komiker, die ich kenne. Und wenn er singen darf, dann haut er sowieso noch mehr raus.
Finde ihn ein wenig zu flach, was aber nicht an imm liegt, sondern an seiner Rolle. Dennoch schön und gut umgesetzt. Kevin muss als Neuling der
Gruppe immer wieder an seinen Namen erinnern und ist die Vernunft der Gruppe. Finde es auch schön dargestellt und erinnert mich auch an viele andere Kriegsfilme. Wer erinnert sich z.B. nicht an den Übersetzer aus „Saving Privat Ryan“, der immer wieder die Scheißaufgaben bekommt und nicht wirklich ernst genommen wird? Ich freu mich schon auf Jay Baruchel in Fanboy.
Und dann noch Alpa Chino aka Brandon T. Jackson, der Kirk immer wieder daran erinnern muss, dass er nicht schwarz ist und nicht einer „von uns“ ist. Fand ihn eigentlich auch recht lustig, vor allem das schöne Product Placement seines Getränks und die dazugehörige Werbung am Anfang, von denen viele im Kino noch dachten: „Wer kauft sowas?“, da sie wohl teilweise als echt wahrgenommen wurde. Und als Schmankerl noch Tom Cruise in der, wie bereits erwähnt, ersten Rolle,die ich cool fand. Ich glaube, ich habe mich noch nie gefreut, Tommy in einem Film zu sehen. Hier war er genial und so unfassbar komisch, dass ich echt traurig war, dass ich aufgrund von zugtechnischer Widrigkeiten den Abspann nicht sehen konnte. Alles in allem also gute schauspielerische Leistungen. Die Technik ist aber auch klasse. Die SFX wurde ordentlich bemüht und die ganzen Explosionen, Kamerafahrten und Kampfszenen sind genial gemacht und verleihen dem Film noch ein wenig mehr Flair und Stil, als er sowieso schon hat. Hier hat man definitiv nicht gegeizt. Auch hier definitiv ein Pluspunkt.
Warum also polarisiert der Film dann so? Ganz einfach: Der Humor ist eine Sache, die man mögen muss. Viele Witze sind einfach so dämlich, dass viele nicht darüber lachen können. Die Story rum herum reißt aber auch niemand vom Hocker. Das ist das, was man als Adam Sandler Effekt bezeichnen könnte: Kritiker und viele Kinobesucher finden den Film grausam. Die Fans von solchen Filmen lieben sie aber und machen den Film erfolgreich. Ich persönlich zähle mich nun mal zurletzten Gruppe.
Fazit:
Der Film ist für Leute, die solchen Humor, für den Stiller bekannt ist, mögen. Alle anderen werden keinen Spaß daran haben und ihn hassen. Einzig die Witzdichte hätte ein wenig höher sein können und nimmt am Ende doch etwas zu stark ab, da man die doch etwas dämliche Story vorantreiben will. Alles in allem ein unterhaltsamer, aber hirnloser, Streifen, den ich mir definitiv noch einige Male ansehen werde. Für die Höchstnote reichts aber nicht ganz.