Ben Stiller, Robert Downey jr. und Jack Black spielen drei Schauspieler, die im thailändischen Dschungel den teuersten Kriegsfilm aller Zeiten abdrehen. Da sie mit ihren Starallüren den Dreh jedoch immer weiter in die Länge ziehen, beschließt der Regisseur die Darsteller im Dschungel auszusetzen und mit versteckten Kameras zu drehen, um den Film realistischer zu gestalten. Als die Darsteller im Dschungel schließlich von echten Rebellen angegriffen werden, erkennen sie die Gefahr nicht, da sie immer noch glauben, einen Kriegsfilm zu drehen.
Einige Jahre liegen die eher unterdurchschnittliche Komödie "Cable Guy" und das filmische Desaster "Zoolander" mittlerweile zurück und obwohl er bisher kaum Erfolge auf dem Regiestuhl verzeichnen konnte, startete Ben Stiller einen neuen Versuch und das mit einem spektakulären Cast und einem hohen Budget von knapp 100 Millionen Dollar. "Tropic Thunder" ist aber besser, als viele im Vorfeld gedacht hatten, bietet ordentliche Unterhaltung und Gags am laufenden Band, wobei noch wesentlich mehr drin gewesen wäre.
Stiller baut praktisch jede Minute neue Gags ein, erreicht aber keine sonderlich hohe Trefferquote. Witzig ist "Tropic Thunder" vor allem dann, wenn sich Stiller über die Naivität der Hollywood-Stars lustig macht, wobei er selbst einen eingebildeten Action-Helden spielt, Jack Black dämliche Grimassenschneider und Komödien-Darsteller repräsentiert, Tom Cruise einen skrupellosen Studio-Boss mimt und Robert Downey jr. als übertrieben ehrgeiziger Charakterdarsteller fungiert. Stiller zeigt die Allüren der Stars auf und amüsiert mit diesen Ansätzen zur Hollywood-Satire hervorragend, auch wenn er stellenweise übertreibt. Leider meint Stiller aber auch, noch ein paar billige Slapstick-Einlagen in seinem Werk unterbringen zu müssen, von denen nur wenige zünden können, manche sogar direkt peinlich sind und auch die "Apocalypse Now"-Parodie am Ende des Films kann nicht zünden und versinkt in überflüssigem Grimassenschneiden. Die Trefferquote der Gags ist also solide, "Tropic Thunder" unterhält somit sehr gut, könnte aber auch höher sein.
Aber auch außerhalb des humoristischen Bereiches ist Stillers Regie-Arbeit durchaus achtbar. Die Action-Szenen sind gut gemacht und routiniert in Szene gesetzt. Musikalisch ist der Film solide unterlegt, da Stiller zu jeder Situation die richtigen Klänge erwischt. Und auch Stillers Drehbuch, das vor allem von der gelungenen Grundidee lebt, kann vor allem wegen seiner satirischen Ansätze überzeugen, auch wenn die Wendungen zum Ende hin immer dämlicher werden und, obwohl es sich angeboten hätte, weder Spannung noch Dramatik aufgebaut werden kann. Mit seinen lächerlichen Slapstick-Einlagen nimmt Stiller sich zudem die Möglichkeit, eine gespannte Atmosphäre aufzubauen, die bei diesem Kriegsfilm durchaus drin gewesen wäre. Leider ist "Tropic Thunder" am Ende ganz klar überdramatisiert und künstlich in die Länge gezogen und siedelt sich damit nur knapp über dem Mittelmaß an. Dafür leistet Stiller optisch gute Arbeit, setzt den Dschungel hervorragend in Szene, überzeugt mit aufwendigen Action-Szenen und darüber hinaus mit der einen oder anderen blutigen Szene. Stillers Regie-Arbeit überrascht alles in allem positiv, allerdings kann er nicht das ganze Potential seiner Ideen ausschöpfen.
Darstellerisch leistet Stiller solide Arbeit und spult sein übliches, teils lustiges, teils peinliches Programm herunter, verbucht den einen oder anderen Lacher, bremst den Film aber zum Ende hin mit seinem billigen Slapstick aus. Aber obwohl er als Autor, als Regisseur und als Darsteller achtbare Arbeit leistet, stiehlt ihm doch einer seiner Kollegen die Show und zwar Robert Downey Junior. Downey jr. spielt wie schon in "Iron Man" hervorragend, glänzt mit Humor und Zynismus, lässt aber auch in den wenigen ernsten Momenten sein überragendes darstellerisches Talent erkennen. Zudem steckt er in dem amüsantesten Charakter, in dem eines australischen Oscar-Preisträgers, der sich einer Pigmentierungsoperation unterzogen hat, um einen afroamerikanischen Soldaten spielen zu können. Jack Black ist hauptsächlich für Slapstick-Humor zuständig, macht sich dabei recht gut, nervt aber auf Dauer. Der übrige Cast ist ebenfalls hervorragend und ist mit weiteren Stars, wie Nick Nolte als Vietnam-Veteran, Tom Cruise als Studioboss und Matthew McConaughey als Agent gespickt.
Fazit:
Mit einem guten Cast, gelungener Action und Ansätzen zur Hollywood-Satire gelingt Ben Stiller rundum überzeugendes Unterhaltungskino, dass ohne überflüssige Slapstick-Einlagen und dämliche Wendungen in der zweiten Filmhälfte auch noch besser hätte werden können.
69%