Mit "Tropic Thunder" erfüllte sich Ben Stiller einen lang gehegten Traum. Als Regisseur, Hauptdarsteller, Drehbuchautor und Produzent füllt er gleich vier Rollen auf einmal aus und kann dank des großen Budgets einen namhaften Cast um sich versammeln. "Tropic Thunder" versteht sich als Parodie auf diverse Vietnamfilme, doch auch auf Hollywood. Nicht nur Schauspieler, sondern auch Produzenten werden gnadenlos verulkt, besonders Tom Cruise als Les Grossman, gibt eine überdrehte Show. Aber da gibt es noch die berühmte Kehrseite der Medaille und dort steht leider zuviel. Die Story ist platt wie eine Flunder, die Dialoge oft strunzdoof und vor dem Showdown hat der Film einen dicken Durchhänger. Spannung ist hier sowieso fehl am Platz.
Aber die Einführung der drei Hauptcharaktere ist wirklich gelungen. Wir lernen sie in drei Trailern kennen. Da hätten wir den Actionstar Tugg Speedman (Ben Stiller), den Furz-Komiker Jeff Portnoy (Jack Black) und den Oscarpreisträger Kirk Lazarus (Robert Downey Jr.). Zusammen werden sie von ihrem Regisseur mitten im Dschungel ausgesetzt. Überall sind Kameras angebracht und Sprengfallen. Mit den beiden Schauspielern Kevin Sandusky (Jay Baruchel) und Alpha Chino (Brandon T. Jackson) muss sich das streitsüchtige Trio durch den Dschungel schlagen. Dabei geraten sie Drogenbarone in die Quere, kommen jedoch erst spät hinter den Ernst der Lage.
Ich hatte mir "Tropic Thunder" einfach anders vorgestellt und war bei der Sichtung ziemlich enttäuscht. Eine Parodie bietet meist übertriebene Komik, man nehme nur "Scary Movie", da hält sich "Tropic Thunder" noch in Zaum. Über die brachialen Phrasen lässt sich noch hinweg sehen. Was hier geflucht und Schimpfwörter kombiniert werden, passt unter keinen Hut mehr. Der Produzent Grossmann macht seinen Regisseur zur Schnecke, der Regisseur macht seine Darsteller zur Sau und setzt sie mitten in Vietnam aus. Über die doofe und unrealistische Grundidee darf man sich den Kopf nicht zerbrechen. Die Dialoge bestehen meist aus wüsten Beschimpfungen und zeigen auf, wie man nicht mit Mitmenschen oder Mitarbeitern umzugehen hat. Einigen Wortwitz hat man schon zu bieten, doch gerade die Funktion von Jack Black bleibt fraglich. Der ist nicht nur trottelig, sondern furzt in der Gegend herum, ist drogenabhängig und lässt sich deshalb nackt an einen Baum fesseln. Blacks Können ist hier total verschenkt, obwohl sein Charakter Jeff Portnoy zugegebenermaßen sehr schräg ist.
Doch auch Ben Stiller sollte wirklich bei seinen Leisten bleiben. In seinen Familien- oder Liebeskomödien war er wesentlich besser in Form. Trotzdem beweist er eindrucksvoll, dass hinter einem knallharten Actionstar, oft nur heisse Luft steckt. Robert Downey Jr. hebt sich von seinen Kollegen deutlich ab. Er weiss als besessener Schauspieler Rick Lazarus wirklich zu überzeugen und auch zu gefallen. Nick Nolte geht als Ramboverschnitt leider unter, Matthew McConaughey macht als Speedmans Manager und Freund einen guten Job, wirklich herausragend ist Tom Cruise als ultrafieser Produzent Les Grossman. Cruise gibt eine grandiose Vorstellung, seine Auftritte machen wirklich Spass. Jede Menge Stars haben am Ende noch einen Miniauftritt, auf der Oscarverleihung, die das unglückliche Ende darstellt.
Gedreht wurde immerhin nicht in einem botanischen Garten, die Kulisse sieht authentisch aus, der Score ist fetzig. Doch bis man erstmal im Dschungel ist, dauert es ein Weilchen, nicht gerade gelungen ist der maßlos übertriebene Auftakt, in dem auch "Platoon" parodiert wird. Die wenigen Actionszenen sind nichts Besonderes, ausser den gigantischen Explosionen. Doch der Auftakt, eine kleine Schießerei im Dschungel und das Finale bleiben die einzigen Actionsequenzen. Und wenn dann noch eine Rakete durch einen tragbaren DVD-Player abgefangen wird, ist der Ofen für mich aus.
"Tropic Thunder" ist eine nicht immer unterhaltsame Parodie mit tollem Staraufgebot. Doch einige Stars wurden verschenkt, man nehme nur mal Jack Black. Actionmäßig sieht es zu mau aus, die Spannung ist im Keller, der Humor zündet nicht immer. Hinzu kommt ein dicker Hänger vor dem Finale. Mit viel Wohlwollen gibt es knappe 5 Punkte von mir.