Tropic Thunder ist schon ein seltsamer Genre-Mix. Kriegsfilm und Komödie - das gab es zwar schon öfter, aber hier steckt noch mehr drin als nur ein paar Gags, die zu Lasten amerikanischer Kriegshelden gehen. Ben Stiller, Hauptdarsteller und Regisseur packt dermassen viel in seinen Film, dass man das Gefühl nicht los wird, er habe die Möglichkeiten über Gebühr ausgenutzt. So dürfen wir eine Komödie erleben, aber auch ein Drama, aber auch einen Actionfilm...
Im Kern dreht sich sich der Film um großmäulige Amerikaner, deren dummes Geschwätz und Gehabe sie in arge Bedrängnis bringt. Diese Amerikaner - divenhafte und durchgeknallte Schauspieler mit zweifelhaftem Ruf - bemerken nicht, dass sie während des Filmdrehs hinter echte feindliche Linien geraten und brauchen sehr lange, bis sie kapieren, dass die abgetrennten Köpfe nicht aus der Special Effects-Firma stammen, sondern ganz real durch die Gegend fliegen. Schließlich raufen sie sich doch zusammen und geben ihr egoistisches Verhalten zugunsten der Zusammenarbeit auf.
Auch wenn man einen tieferen Sinn vergeblich sucht, so ist der Film erfrischend anders und in seiner ganzen bitterbösen, schwarzhumorigen Art ziemlich einmalig im amerikanischen Komödiensektor.
Ben Stiller - wie alle seine Co-Stars - beweist Mut zur Selbstironie und nimmt ganz nebenbei die gesamte US-Filmbranche auf den Arm. Robert Downey Jr. übertrifft sich als Method Act-Jünger selber und gibt eine der besten Vorstellungen seiner Karriere (überhaupt wird der seit Chaplin immer besser!).
Brutal, lakonisch, nachdenklich, skurril, abgedreht - alle diese Attribute würden den Film nur unzureichend beschreiben.
Ein wenig Monty Python (der Splatteranteil ist doch erstaunlich hoch), ein wenig Nackte Kanone (völlig überzeichnete Charaktere in einer völlig überzeichneten Situation), ein paar Dialoge im Tarantino-Style (Stiller und Downey im Gespräch über Schauspieler in Rollen behinderter Menschen - einfach grandios!) dann wieder parodistische und satirische Elemente (Die Fake-Trailer zu Beginn des Films oder Tom Cruise als widerlicher Filmproduzent), all dies vermengt Stiller zu einem merkwürdigen Ganzen, das sehr unterhaltsam ist, auch wenn einem das Lachen mitunter im Hals stecken bleibt. Fest steht: Man muss ihn gesehen haben!