Luke Wilson und Kerry Washington spielen ein gemischt-farbiges Ehepaar, das ein relativ nobles Haus in einem gehobenen Viertel bezieht, doch die Freude der beiden währt nicht sonderlich lang. Schnell geraten sie mit ihrem konservativen Nachbarn, einem Polizisten, gespielt von Samuel L. Jackson, aneinander, der einen Kleinkrieg mit den beiden entfacht und zu allem Überfluss nähern sich auch noch Buschbrände dem Viertel.
Bei Samuel L. Jackson handelt es sich -und das spätestens seit "Pulp Fiction"- um einen der charismatischsten und vielseitigsten Darsteller in Hollywood, umso bedauerlicher ist es, dass er in den letzten Jahren vornehmlich in potentiallosen Nebenrollen in größeren Blockbustern zu sehen war, wie in "Jumper", "Zimmer 1408", "Star Wars" 1-3 oder "Triple X" 1+2, oder in B-Movies, wie in "Snakes on a Plane". Aber hier steckt Jackson endlich wieder in einer Rolle, die ihm die Freiräume lässt, seine Stärken auszuspielen und damit trägt er den Film mehr oder weniger im Alleingang. Mit einer enorm hohen Leinwandpräsenz, der man sich als Zuschauer des Films zu keinem Zeitpunkt entziehen kann, ist der charismatische Schauspieler nahezu beängstigend stark und hält seinen Charakter mit seiner grandiosen Leistung im Bereich des Authentischen, wenngleich die Charakterzüge leicht übertrieben wurden. Der omnipräsente Jackson wirkt dabei bedrohlicher und allgegenwärtiger, als die Gefahr durch die Buschfeuer und ist definitiv das größte Plus, das "Lakeview Terrace" verbuchen kann.
Das soll jedoch nicht heißen, dass der Film in allen anderen Belangen schlecht ist, denn auch ansonsten weiß "Lakeview Terrace" zu gefallen. So ist die Story gelungen konstruiert. Die Charaktere, das gemischt-rassige Paar, das es im Grunde leid ist, seine Beziehung vor aller Welt zu rechtfertigen und lediglich auf ein ruhiges Leben in einem wohl gesitteten Vorort aus ist und der allein erziehende, erzkonservative, leicht verbitterte Polizist gewinnen, wenn auch nicht übermäßig, an Profil und der Kleinkrieg zwischen den beiden Parteien, der durch den fanatischen Polizisten immer wieder an härte zunimmt, ist dramaturgisch überaus gelungen aufgebaut, steigert sich konstant und nimmt somit durchgehend an Fahrt auf. Dabei werden durchaus halbherzige Versuche gestartet, das amerikanische Vorstadtleben mit sarkastischem Blick zu beleuchten und die Rassismus-Thematik zu vertiefen, aber die ultimative Antwort auf "American Beauty" und "L.A. Crash" ist "Lakeview Terrace" dennoch nicht geworden. Im Wesentlichen scheitern die Ansätze nämlich am stereotypen Finale, das den Film in kürzester Zeit wieder in die Handlungsbahnen des Genres verweist und dazu noch ein paar kleinere, überflüssige Action-Szenen in den Film integriert. Dennoch ist es ein gutes Skript, das die Grundlage für dieses Thriller-Drama bietet.
Inszenatorisch leistet Neil LaBute, der zuvor für "Wicker Man" relativ viel Hohn und Spot geerntet hat, ordentliche Arbeit. So wird das Erzähltempo immer in den richtigen Momenten beschleunigt, sodass der Kleinkrieg hervorragend aufgebaut wirkt und auch die atmosphärische Dichte, die zum Teil auf das Konto von Samuel L. Jackson geht, wäre an dieser Stelle darüber hinaus noch lobend zu erwähnen. Die Spannung steigert LaBute dabei so hoch, dass sie das stereotype, zudem etwas kalkulierbare Finale überdauert und den Film nicht im Showdown versanden lässt.
Zuletzt wäre noch ein Lob für die restlichen Darsteller offen, wobei vor allem Kerry Washington, die ihren Charakter mit einer rundum überzeugenden Leistung sehr sympathisch auf die Leinwand bringt, neben Jackson sehr positiv auffällt. Luke Wilson wirkt zwar weder gelangweilt, noch scheint seine Darstellung hölzern, aber mehr als ordentlich ist seine etwas blasse Leistung leider nicht und das reicht nicht, um neben den übrigen, sehr starken Darstellern, positiv in Erscheinung zu treten. Der restliche Cast, in dem unter Anderem Jay Hernandez überzeugt, ist makellos.
Fazit:
Der Kleinkrieg zwischen dem gemischt-farbigen Ehepaar und dem konservativen Polizisten ist geschickt und stimmig konstruiert und steigert die Spannung, nicht zuletzt wegen der hervorragenden Darsteller, wobei vor allem Samuel L. Jackson mit seiner enormen, bedrohlichen Präsenz brilliert, permanent. Der einzige Makel bleibt das stereotype Finale, aber dennoch ist "Lakeview Terrace" damit absolut empfehlenswert.
78%